SPD Frankfurt am Main

Meldung:

28. Juni 2011
Sylvia Weber – stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römer:

Hauptschulen können sehr viel mehr - doch in Hessen fehlt der politische Wille

„Nach 30 Jahren Schulkampf haben endlich auch die Christdemokraten eingesehen, dass Hauptschulen eine neue Perspektive und Struktur brauchen, um wieder attraktiv zu werden“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer, Sylvia Weber, zum jetzt bekannt gewordenen Beschluss der Bundes-CDU. Anders als die CDU habe die SPD schon seit Jahren einen Bildungsweg des längeren gemeinsamem Lernens und der nach oben of-fenen Bildungssysteme gefordert und sei damit in vielen Bundesländern sehr erfolgreich. „Dass die ultrakonservative Hessen-CDU diesen neuen Tönen aus Berlin nichts abgewinnen kann, überrascht uns nicht“, sagte Weber. Für die Hauptschulen sei diese Blockadehaltung jedoch kontraproduktiv. Die guten Konzepte der Schulen müssten endlich auch vom Land unterstützt werden.

Es sei von entscheidender Bedeutung für Frankfurt, den hoch engagiert arbeitenden Kollegien an den verbliebenen drei Hauptschulen endlich eine Zukunftsperspektive zu geben. „Es ist in der Tat nicht damit getan, ein neues Schild an die Tür zu schrauben. Aber eine Stadtteilschule, die ganztags arbeitet, mit Vereinen und freien Trägern vernetzt ist und mindestens einen Realschulabschluss anbietet, das kann die Kommune leisten und dafür werden wir uns einsetzen“, kündigte Weber an. Alle Schulen hätten längst Zukunftspläne und -konzepte in der Schublade - in dem aus Wiesbaden zementierten dreigliedrigen System sei aber nichts zu machen.

„Wir als SPD setzen weiterhin auf längeres gemeinsames Lernen, bei dem kein Kind zurückgelassen wird, und auf einen nach oben offenen Bildungsweg, der auch zum Abitur führt“, so Weber. „Wir wollen für alle Schülerinnen und Schüler einen Bildungsaufstieg ermöglichen.“ Im Gegensatz zu Kultusministerin Henzler sei sie der Auffassung, dass es sehr wohl auch um Strukturfragen gehe. „Je mehr Bildungsabschlüsse eine Schule anbieten kann und je besser sie im Stadtteil vernetzt ist, desto attraktiver wird sie für die Eltern und desto mehr Druck kann auch von den Gymnasien genommen werden“, bilanzierte die SPD-Politikerin.

Heterogene Schülerschaften könnten so – gerade in einer Großstadt wie Frankfurt – am besten gefördert und unterstützt werden. „Die Hauptschulen haben Erfahrung darin, sie haben die Konzepte und den Willen, es aus eigener Kraft zu schaffen“, so Weber, „Es ist Zeit, ihnen endlich die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.“


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