SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 14. September 2011
Rückblick Roter Club

„Den Blick in die Welt kann man mit einer Zeitung versperren“

mit Dr. Wolfgang Storz

„Den Blick in die Welt kann man mit einer Zeitung versperren“ unter diesem Motto hatte Andrea Ypsilanti zum 3. Roten Club ins Frankfurter Gallus Theater eingeladen. Der Gast des Abends, Dr. Wolfgang Storz, beschrieb und analysierte in seinem Vortrag, mit der Überschrift „ein System droht zu kippen“, den Zustand der Massenmedien in Deutschland.

Der Verlust journalistischer Qualität ist zum Problem für die politische Öffentlichkeit geworden, längst haben wir es mit einem Zerfall von demokratischer Öffentlichkeit zu tun.

Stichhaltig belegt Storz seine These: „Politik und gesellschaftlich bedeutsame Medien haben sich in ein Miteinander verstrickt, mit dem sie gegen ihr eigenes Interesse in vielfältiger Form die Demokratie schwächen. Wir nähern uns dem Punkt, an dem das System zu kippen droht, wie ein See, der seine Verschmutzung nicht mehr zu verarbeiten mag.“

Storz macht deutlich, dass wir es nicht mit einer allgemeinen Medienkrise, sondern mit einer Krise der regionalen und überregionalen Qualitäts-Tageszeitungen zu tun haben, die unverändert konstitutiv für unsere Demokratie sind. Der veränderte Medienkonsum wird früher oder später zum Aussterben des Geschäftsmodells Tageszeitung führen. Neben dieser wirtschaftlichen Krise haben wir es mit einer inhaltlichen Krise des Journalismus zu tun, die mit dem Aufstieg der Bildzeitung zum Leitmedium einhergeht. Die mit ihren einfachen Antworten Politik „verständlich“ darstellt und Politik auf Unterhaltung und Personen reduziert, wie sie jüngst in der Berichterstattung über Guttenberg einen neuen Höhepunkt fand. Für gefährlich hält Storz den Prototypen Bildzeitung nicht, er würde es werden, würde er in Serie gehen. Weitere Informationen zur Qualität und Arbeitsweise der Bildzeitung finden sie auf dieser website: bild-studie.de

Welche Perspektiven bieten sich? Weil es letztlich um die Demokratie geht, deshalb muss der Staat helfen und die Unabhängigkeit und Qualität des Journalismus nähren, um sie nicht zu mindern, darf er nur indirekt handeln, so Storz. Hierzu könnte zählen, die Ausbildung zu fördern, die Vielfalt der Unternehmensformen – Stiftungen, Genossenschaften, Mitarbeiter-Unternehmen und es geht darum, dem Qualitätsjournalismus auch im Öffentlich-Rechtlichen freie Hand zu geben.

Und zum Schluss stellt Wolfgang Storz die spannende Frage. „Warum schaffen die Stiftungen, Gewerkschaften, Parteien und Verbände, - links des Mainstreams-, nicht einen Leuchtturm? Für ein, besser zwei Jahre jeweils jene drei bis fünf Millionen Euro gemeinsame Anschubfinanzierung für eine im besten öffentliche Sinne unabhängige Online-Tageszeitung. Ein Vorbild gegen die ver-rückten Maßstäbe. Ein Traum?“

Die NachDenkSeiten - nachdenkseiten.de – machen bereits heute deutlich welche Chancen im Online-Bereich liegen und zeigen auf, dass es erfolgreiche Möglichkeiten gibt dem Mainstream der öffentlichen Meinungsmacher etwas entgegen zu setzen.

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