SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 07. Oktober 2011
Klaus Oesterling – Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer:

Altstadtdebatte und Passivhausstandard

Die Koalition sollte die Altstadtdebatte zum Anlass nehmen, von fundamentalistischen Positionen beim Passivhausstandard Abstand zu nehmen – beabsichtigte Mietpreisbindung bei gewerblichen Mieten benachteiligt die Investoren

„Das Beharren der schwarz-grünen Koalition auf fundamentalistischen Positionen beim Passivhausstandard wird immer absurder“. Mit diesen Worten reagierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römer, Klaus Oesterling, auf die jüngsten Kapriolen in der Debatte um den von der Koalition vorgegebenen Passivhausstandard bei städtischen Bauvorhaben. „Der Passivhausstandard wirkt sich beim Bauen, insbesondere aber bei der Sanierung massiv Preis treibend aus. Sinnvoller wäre eine Sanierung möglichst vieler Wohnungen auf einen vernünftigen Standard, statt sich auf die energetische Luxussanierung weniger Projekte zu konzentrieren“.

Absurd werde es, wenn die Koalition auch bei der Sanierung oder Rekonstruktion denkmalgeschützter bzw. historischer Gebäude auf der Passivhausbauweise bestehe, Damit drohe neben den steigenden Kosten auch eine ästhetische Verunstaltung vieler historischer Gebäude. Einerseits bei der Rekonstruktion mittelalterlicher Gebäude eine historisch getreue Rekonstruktion zu verlangen, andererseits aber auch den Passivhausstandard, sei ein Widerspruch in sich.

Auch bei der Sanierung anderer Bestandsgebäude, wie im Mainfeld, sei ein wirtschaftlicher Umgang mit Energiestandards sinnvoll. Auch beim Grünflächenamt habe der geforderte Passivhausstandard dazu geführt, dass Bestandsimmobilien nicht in die Standortsuche einbezogen worden seien, was die Römer-SPD für falsch halte.

Oesterling kritisierte darüber hinaus die von der Dom-Römer GmbH beabsichtigte Obergrenze der Miethöhe in der Altstadt bei gewerblichen Vermietungen. Dadurch werde einem künftigen Ladenbesitzer die Möglichkeit eröffnet, unbegrenzte Gewinne zu machen, ohne dass die Investoren und die Stadt als Grundstückseigentümerin davon profitieren könnten. Marktwirtschaftlich sinnvoller sei ein frei ausgehandelter Preis, der sich, wie vielerorts im Einzelhandel üblich, am Umsatz orientieren solle. Damit werde das Risiko vernünftig verteilt. Von der ursprünglichen Vorstellung, die Altstadt in der Art eines Einkaufszentrums zentral zu bewirtschaften, habe sich der Magistrat inzwischen offensichtlich leider verabschiedet.

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