SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

16. Juli 2012
Dr. Renate Wolter-Brandecker - Suchtpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer:

Suchtmittel-Missbrauch im Alter ist ein wichtiges Thema, wird jedoch unter den Teppich gekehrt.

„Alkohol- und Medikamentenmissbrauch im Alter nehmen immer stärker zu, aber es gibt zu wenig Hilfsangebote für ältere Menschen. Das muss sich dringend ändern“, fordert die SPD-Gesundheitspolitikerin Renate Wolter-Brandecker.

Die SPD-Gesundheitspolitikerin wies bei der Veröffentlichung einer Anfrage ihrer Fraktion darauf hin, dass in dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung davon ausgegangen werde, dass etwa 400.000 Menschen über 65 Jahre, davon 28 Prozent Männer und 17 Prozent Frauen, Alkohol in gesundheitsgefährdenden Mengen trinken. „Es muss nach diesen Zahlen davon ausgegangen werden, dass etwa 14 Prozent der älteren Menschen, die ambulant oder in Heimen betreut werden, von missbräuchlichen Alkohol- oder Medikamentenkonsum betroffen sind. Es ist offensichtlich, dass ältere Menschen mit Suchtverhalten von den bestehenden Hilfesysteme häufig noch nicht oder nur unzureichend erreicht werden“, sagte die suchtpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Renate Wolter-Brandecker.
In der Anfrage an den Magistrat fordert die SPD-Fraktion Informationen über die von Suchtmittelmissbrauch betroffenen Menschen in Frankfurt und die zur Verfügung stehenden Hilfsangebote. „Das Drogenreferat der Stadt Frankfurt hat das Thema Sucht im Alter bisher nicht aufgegriffen, obwohl offensichtlich dringender Handlungsbedarf besteht“, unterstrich die Gesundheitspolitikerin. Alle bisherigen Präventionsangebote der Stadt richteten sich an Jugendliche oder junge Erwachsene. Doch reiche das aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Zahl älterer von Sucht betroffener Menschen nicht mehr aus. „Es ist auch dringend erforderlich, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und in ambulanten Diensten entsprechend zu schulen und ihnen Hilfestellungen anzubieten“, forderte die SPD-Stadtverordnete.

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