SPD Frankfurt am Main

Meldung:

25. August 2012
SPD Hessen-Süd feiert den 50. Geburtstag ihrer Parteizentrale

Ein offenes Haus für eine offene Partei

50 Jahre Frankfurter Parteihauses feierte der SPD-Bezirk Hessen-Süd am 25. August. Mit Gesprächsrunden der ehemaligen Bezirksvorsitzenden und -geschäftsführern sowie Kabarett und Musik auf dem Vorplatz der Parteizentrale, begingen im Laufe des Nachmittags rund 400 Besucherinnen und Besucher den Geburtstag der Parteizentrale. Unter den Gästen waren zahlreiche Weggefährten, Unterstützer sowie aktuelle und ehemalige Bundes- und Landtagsabgeordnete, Minister und andere Mandatsträger, darunter Heidi Wieczorek-Zeul, Armin Clauss und Willi Görlach.


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In den 50er Jahren waren die Mitgliederzahlen im Bezirk Hessen-Süd auf 49.000 gestiegen und die damaligen Räume der SPD Hessen-Süd wurden zu klein für die stetig wachsende Arbeit. Der Bezirksvorstand schrieb daraufhin einen Ideenwettbewerb für eine neue Parteizentrale aus, den der Frankfurter Architekt Günther Balser mit seinem freundlichen und offenen Modell gewann.

Die Architektur des SPD-Hauses repräsentierte die Werte Fortschritt und Modernität. Das im Stil des Bauhauses entworfene Gebäude wirkte dank seiner hellen Flächen und großen Fenster offen und luftig. Es war das Gegenbild zu jenen dunklen Hinterzimmern in Kneipen, in denen die Genossinnen und Genossen so oft hatten tagen müssen. „Hell und offen für neue Gedanken“ sollte die neue Parteizentrale sein, war in der Ausschreibung gefordert worden. „Kein Prunk und kein Protz, sondern modern, licht und voller Hingabe an unsere Arbeit“, so der damalige Bezirksvorsitzende Willi Birkelbach.

„Das Parteihaus soll ein offenes, modernes Haus sein, in dem Menschen Gesellschaft gestalten können“, zitierte der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel den damaligen Parteivorsitzenden Erich Ollenhauer. Dieser hatte vor exakt 50 Jahren am 25. August 1962 das SPD-Haus eingeweiht. Diesem Anspruch müsse sich die SPD immer wieder stellen. „Wir sind als Partei nur so gut wie die Menschen, die sich hier bei uns engagieren“, lud er zum Mitmachen ein.

Im Unterschied zu heute war die SPD damals Regierungspartei. Zur Zeit der Entstehung des Hauses wurde Hessen von Ministerpräsident Georg August Zinn regiert, mit dem die SPD bei der Landtagswahl 1962 einen beeindruckenden Wahlsieg hinlegte. Heute arbeitet die (süd-)hessische SPD wieder für den Aufschwung. Mit Peter Feldmann sitzt im Frankfurter Rathaus nach Jahren der CDU-Regierung wieder ein sozialdemokratischer Oberbürgermeister. In seiner Rede erinnerte er sich an „seine Zeiten“ im Frankfurter Parteihaus. „Ein Ort der Veränderung, der Solidarität und des Zusammenhalts“, fasste er zusammen.

Einen humorvollen Blick auf Bausünden und Mängel des in die Jahre gekommenen Gebäudes, warf das Kabarett-Duo Kabbaratz Architektur. Ihr Beitrag erntete Schmunzeln und lautes Gelächter. In zwei unterhaltsamen Talkrunden erinnerten ehemalige Bezirksvorsitzende und ehemalige Bezirksgeschäftsführer an vergangenen Zeiten.

Vieldiskutiert war an diesem Tag der Zaun, der heute das Anwesen umgibt. „Die funktionale Schönheit der Architektur geht so verloren“, so die Meinung an einem Tisch. Er habe dem Gebäude ein Stück Transparenz genommen, die der damalige Bezirksvorsitzende Birkelbach bei der Eröffnung beschworen hatte. Sowohl der Bezirks- als auch der Landesvorsitzende forderten in ihren Reden unmissverständlich den Abriss des Zauns. „Zu einem offenen Haus gehört kein Zaun“, erklärte Thorsten Schäfer-Gümbel.

Der Bezirksvorsitzende Gernot Grumbach, der im Rahmen der Veranstaltung für seine 40jährige Parteimitgliedschaft geehrt wurde, eröffnete als Höhepunkt der Feier eine Ausstellung über die Geschichte des Hauses, in der auch Günter Guillaume eine Rolle spielt. Der spätere Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, der als Spion der DDR Berühmtheit erlang, war damals Funktionär in Frankfurt und machte die Bilder der Eröffnung des Parteihauses.

Auch wenn sich für Heinz Richter, der schon bei der Eröffnung des Hauses dabei war, viel verändert hat, ist doch das Frankfurter Parteihaus ein „Haus der Debatte“ geblieben. „Hier durfte und hier darf gedacht werden“, erklärte Gernot Grumbach.



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