SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

05. August 2013

CDU/FDP machen Hessen zum Schlusslicht bei echten Ganztagsschulen, Spitze nur bei Mogelpackungen

Hessen lässt die Schulträger und Eltern bei der Ganztagsbetreuung im Stich

Einer neuen Bertelsmann-Studie zufolge werden etwas weniger als 4 von 10 Schülerinnen und Schüler in Hessen auch über den Nachmittag in den Schulen betreut. „Damit liegt das Angebot weit unter der Nachfrage der Eltern, von denen sich mehr als zwei Drittel einen Ganztagsplatz für ihr Kind wünschen“, kritisierte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann am Montag in Wiesbaden. Noch weniger, gerade einmal drei von 100 Kindern, besuchten allerdings eine gebundene Ganztagsschule, die pädagogisch sinnvollere Schulform, in der sich Lern- und Entspannungsphasen abwechselten.

Eine große Lücke zwischen Angebot und Bedarf an Ganztagsschulen sieht Heike Habermann insbesondere im Grundschulbereich. „Wenn ihre Kinder eingeschult werden, wissen Eltern oft nicht, wie sie die Betreuung am Nachmittag sicherstellen sollen. Nur 27 von 1171 Grundschulen haben an fünf Tagen in der Woche ein vom Land finanziertes Ganztagsschulangebot. Nur vier davon sind so genannte gebundene Ganztagsschulen", so Habermann. „Die CDU/FDP-Regierung macht Hessen damit zum Schlusslicht bei echten Ganztagsschulen und zum Spitzenreiter bei Mogelpackungen, die keine bedarfsgerechte Betreuung darstellen.“

Längst versuchten Kommunen und Kreise, selbst die Nachmittagsbetreuung an den Schulen zu organisieren. „Das Land lässt die Schulträger und Eltern bei der Ganztagsbetreuung im Stich“, stellte Habermann fest. Mit hessenweit 115 Stellen pro Schuljahr sei es gar nicht möglich, Grundschulen zu Ganztagsschulen auszubauen. Damit werde klar verhindert, dass Eltern Familie und Beruf vereinbaren könnten. „Diesen Bedarf kann die Kultusministerin auch nicht weglächeln, wie sie es gestern in der Hessenschau versucht hat. Das zeigt nur Ignoranz gegenüber den Eltern und ihren Bedürfnissen.“

Ganztagsschule sei vor allem auch eine Chance, Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Deshalb wolle die SPD in der nächsten Legislaturperiode 500 Grundschulen ermöglichen, sich zu echten Ganztagsschulen zu entwickeln.

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