SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

07. August 2013
Klaus Oesterling – Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer:

Bau des Flughafen-Terminals 3 ohne adäquaten ÖPNV-Anschluss Treppenwitz

– Planungsdezernent Cunitz muss klarstellen, dass der Bauantrag beim derzeitigen Planungsstand nicht genehmigungsfähig ist

„Die Vorstellung von Fraport, den Bau des Terminals 3 beim Frankfurter Flughafen ohne adäquaten ÖPNV-Anschluss zu bauen, ist ein Treppenwitz ohnegleichen“. Mit diesen Worten reagierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römer, Klaus Oesterling, auf die Vorstellung von Fraport, auf einen direkten Anschluss des neuen Terminals an die S-Bahn zu verzichten.

„Das Verkehrsaufkommen des geplanten Terminals 3 entspricht der Summe des Verkehrsaufkommens der beiden Flughäfen Düsseldorf und Hannover, die beide einen eigenen S-Bahnanschluss besitzen, Düsseldorf sogar einen ICE-Bahnhof. Dass beim neuen Terminal 3 auf einen eigenen Anschluss verzichtet werden soll, ist völlig unverständlich“. Der Transferweg von über 6 Kilometern und die damit verbundene Fahrzeit von 15 Minuten zuzüglich Umsteigezeit mache die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel weitgehend unattraktiv. Dazu komme, dass das interne Beförderungssystem (PTS) des Flughafens lediglich zum ICE-Fernbahnhof im Norden geführt werden solle, nicht hingegen zum Regionalbahnhof, den die S-Bahn benutze. Eine Einführung des PTS in den unterirdischen S-Bahnhof sei auch rein technisch kaum zu realisieren. Deshalb sei, da beide Bahnhöfe (Regional- und Fernbahnhof) auf unterschiedlichen Ebenen und mehrere Hundert Meter voneinander entfernt lägen, mit einer weiteren Übergangszeit zum Regionalverkehr von rund 10 Minuten zu rechnen. Auch die geplante Busanbindung (!) des Terminals 3 an die S-Bahn zum Bahnhof Zeppelinheim sei völlig undiskutabel.

„Fraport legt hier erneut eine Planung vor, die die gesellschaftlichen Kosten des Flughafenbaus in Form des zunehmenden Autoverkehrs ungebremst auf die Allgemeinheit überwälzt“, so Oesterling. „Die Stadt darf diese Planung so nicht hinnehmen“.
Gefordert werden müsse stattdessen ein direkter Anschluss des Terminals an die Riedbahn durch eine Verschwenkung der Eisenbahntrasse, wie dies ja bereits vor 40 Jahren beim des Terminals 1 praktiziert wurde.

Oesterling forderte Planungsdezernent Cunitz auf, beim derzeitigen Planungsstand die Genehmigung für den Bauantrag des Flughafenbetreibers zu versagen, da durch den fehlenden ÖPNV-Anschluss die Erschließung nicht gesichert sei. Die Stadt habe bereits am 02. April 2007 in ihrer Stellungnahme zum Flughafenausbau im Rahmen des Raumordnungsverfahrens den Direktanschluss des Terminals an die S-Bahn gefordert. „Wenn der damalige Verkehrsdezernent Sikorski es magistratsintern geschafft hat, die Baugenehmigung für das Bauvorhaben Schlosshecke in Ginnheim wegen eines fehlenden kurzen Straßenstückes zu versagen, dann kann auch Cunitz die Genehmigung des Terminals 3 wegen des fehlenden ÖPNV-Anschlusses versagen“, so Oesterling abschließend.

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