SPD Frankfurt am Main

Meldung:

19. August 2013

Eine Motivation für den Einsatz gegen Rechtsextremismus

Olympe-de-Gouges-Preis an Semiya Simsek
+Für "Mut, Haltung und Courage" ausgezeichnet: Semyia Simsek

Anlässlich der Verleihung des Olympe-de-Gouges-Preises hat Thorsten Schäfer-Gümbel die Preisträgerin Semiya Simsek am Sonntag gewürdigt. Als Tochter des ersten NSU-Opfers Enver Simsek, der am 09. September 2000 in Nürnberg erschossen wurde, setzt sich Semiya Simsek für die Angehörigen anderer Mordopfer der Neonazi-Terrorgruppe ein. Ihre Erfahrungen verarbeitet sie in dem Buch „Schmerzliche Heimat - Deutschland und der Mord an meinem Vater“.

Für dieses Engagement wurde sie von Thorsten Schäfer-Gümbel geehrt. „Mit Ihrem Buch und mit Ihrer beeindruckenden Rede bei der zentralen Gedenkfeier in Berlin haben Sie den Angehörigen der NSU-Mordopfer Gesicht und Stimme gegeben. Der Preis, der Ihnen – Frau Simsek – heute verliehen wird, ist nach der französischen Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Olympe de Gouges benannt. Olympe de Gouges steht für Mut, Haltung und Courage. Alles Eigenschaften, die auch Ihnen zuzuschreiben sind“, so der SPD-Politiker.

Schäfer-Gümbel sagte weiter: „Dieser Preis soll ein Signal dafür sein, dass wir an Ihrer Seite stehen. Dass wir erschüttert sind von der Mordserie, der Ihr Vater zum Opfer gefallen ist. Erschüttert sind, von dieser sinnlosen, brutalen Gewalt aus niedrigsten nämlich rassistischen Motiven.“

Für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gelte immer der Grundsatz, der Ideologie dieser selbst ernannten Herrenmenschen mit aller Konsequenz und allem Nachdruck entgegenzutreten. Dazu sei es auch wichtig, politischer Bildung einen hohen Stellenwert einzuräumen. „Die Schulen spielen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus eine wichtige Rolle. Durch umfassende Aufklärung und Behandlung des Themas und seiner schrecklichen Auswüchsen kann erreicht werden, dass Heranwachsende weniger anfällig für rechtsextremes Gedankengut sind. Darum muss es uns gehen“, sagte Schäfer-Gümbel.

Nicht aus dem Blick geraten dürfe aber auch die Frage, wie es passieren konnte, dass Polizei und Staatsanwaltschaft sich in Sackgassen verrannten und dabei den Angehörigen der Opfer das Gefühl gegeben hätten, zusätzlich zu ihrem großen Verlust auch noch verdächtigt zu werden. „Die Antworten auf diese Frage, die von Polizei und Staatsanwaltschaft bislang verlautet sind, können Ihnen und Ihren Angehörigen nicht genügen und uns auch nicht.“ Schäfer-Gümbel forderte weitere Aufklärung hinsichtlich der vielen Ungereimtheiten und offenen Fragen rund um die Ermittlungen gegen das Neonazi-Trio der „NSU“. „Ich danke dem Deutschen Bundestag, dass er über Parteigrenzen hinweg die Aufklärung im Untersuchungsausschuss betrieben hat. Das Bild, das die verschiedenen Sicherheitsbehörden vor dem Untersuchungsausschuss abgegeben haben, war allerdings nicht selten kläglich oder selbstgerecht. Es schmerzt zu sehen, welche Spuren nicht richtig verfolgt wurden, welche Chancen verstrichen sind und welche Informationen zwischen den unterschiedlichen Behörden versackt sind.“

Den Preis, so erklärt Simsek in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, sehe sie als Motivation, sich weiter gegen Rechtsextremismus einzusetzen.


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