SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

25. März 2014
Eugen Emmerling – Stadtverordneter der SPD-Fraktion im Römer:

Programm „Frankfurt Stadt der Zuflucht“ weiterführen!

Die SPD-Fraktion im Römer hat den Magistrat aufgefordert, das seit 1997 bestehende Programm „Frankfurt - Stadt der Zuflucht“ weiterzuführen. Stadtverordneter Eugen Emmerling: „Das Hilfsprogramm für verfolgte Autorinnen und Autoren aus Kriegsgebieten und blutigen Diktaturen ist ein weltweit beachtetes Zeichen der Buchmessestadt Frankfurt. Dass die Beteiligung Frankfurts ohne vorherige öffentliche Information oder Diskussion und ohne inhaltliche Argumentation von der schwarz-grünen Koalition im Haushalt 2014 ersatzlos gestrichen wurde, ist nicht hinzunehmen. Der Nachtragshaushalt bietet jetzt Gelegenheit diesen Fehler zu korrigieren und das Programm fortzuführen.“

Die Frankfurter Buchmesse bringt in jedem Jahr nicht nur zahlreiche Ausstellungen und kulturelle Großveranstaltungen als Geschenke der jeweiligen Gastländer nach Frankfurt, sondern pumpt auch regelmäßig einen dreistelligen Millionenbetrag in die Frankfurter Wirtschaft. Das Programm „Frankfurt – Stadt der Zuflucht“ für verfolgte SchriftstellerInnen war der Versuch, ein wenig davon zurückzugeben. Die Stadt hat sich deshalb 2004 in einem förmlichen, bis heute ungekündigten Vertrag verpflichtet, jährlich einem verfolgten Gastautor oder einer Gastautorin eine Wohnung zur Verfügung zu stellen und deren Krankenversicherung zu übernehmen. Derzeit lebt der iranische Schriftsteller Mohammad Baharlo als Gast in Frankfurt.

Eugen Emmerling: „Das Programm „Städte der Zuflucht“ für verfolgte AutorInnen ist eines der wenigen, mit denen die Literaturstadt Frankfurt auch außerhalb der Buchmessezeit vorbildlich Weltoffenheit verdeutlicht und ihre Tradition der Solidarität mit bedrohten SchriftstellerInnen gelebt hat. In Zeiten weltweit zunehmender Verfolgung von AutorInnen und JournalistInnen würde der Ausstieg der Stadt Frankfurt ein verheerendes Signal setzen.“

Noch im Jahre 2010 hatte sich die Stadt im Glanz des Internationalen Lesefestes "Zuflucht: Literatur" gesonnt. Prominenz aus aller Welt, darunter der Präsident des internationalen PEN, und Journalisten waren angereist, und lobten die Stadt für ihr Engagement. Der Kulturdezernent bekannte sich in seiner Eröffnungsansprache dazu, dass die Buchstadt Frankfurt ihre Verpflichtung ernst nehmen werde, sich auch in Zukunft für verfolgte Schriftsteller, Filmemacher und Künstler einzusetzen. Das deutsche Sprichwort „Stadtluft macht frei“, so Prof. Felix Semmelroth damals, sei gerade für Frankfurt eine dauerhafte Verpflichtung im Hinblick auf den Einsatz für verfolgte Autoren und Künstler.

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