SPD Frankfurt am Main

Meldung:

20. Mai 2014

Zum Tode von Lilli Pölt

Die Frankfurter SPD, die SPD-Stadtverordnetenfraktion und die SPD-Magistratsgruppe trauern um die langjährige ehrenamtliche Stadträtin und Stadtverordnete Lilli Pölt.

Die gebürtige Frankfurterin wurde am 01.08.1931 in Frankfurt am Main geboren. Prägend für sie waren die Kriegserlebnisse, darunter viele Bombenangriffe, die sie als Kind einer alleiner-ziehenden Mutter miterleben musste. Aus diesen Erlebnissen erwuchs ihr lebenslanges Eintreten für den Frieden.

Bereits unmittelbar nach Kriegsende trat Lilli Pölt der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) – die Falken bei, wo sie im Alter von 14 Jahren unter anderen den späteren Oberbürger-meister Rudi Arndt kennenlernte. Lilli Pölt machte eine Lehre als Großhandelskauffrau und trat 1946 der Gewerkschaft HBV, später der Postgewerkschaft bei. Nach ihrer Lehre arbeite sie 41 Jahre bei der Bezirksverwaltung Hessen der Deutschen Postgewerkschaft.

In die SPD trat sie im Jahre 1957 ein. Innerhalb der SPD bekleidete sie eine Vielzahl von Funktionen, vor allem war sie langjährige SPD-Vorsitzende in „ihrem“ Stadtteil Eckenheim. Im Jahre 1973 rückte sie in die Stadtverordnetenversammlung nach, der sie bis 1985 angehörte. 1985 wechselte sie in den ehrenamtlichen Magistrat, dem sie bis zu ihrem Tode angehörte.

Pölt galt als das Idealbild einer Kommunalpolitikerin. Abstrakte Politik war nicht ihre Angelegenheit. Freudig und energisch widmete das langjährige Mitglied der Arbeiterwohlfahrt ihren sozialen Aufgaben und der Verbesserung von Jugend-, Gesundheits- und Altenpflege. „Von der Erkenntnis: Nie wieder Krieg! Bis zum unbeirrten Engagement für Behinderte, Benachteiligte, Randgruppen und Senioren, die keine Lobby haben, führt meiner Meinung nach ein pfeilgerader Weg“, hat Lilli einmal ihren Lebensweg beschrieben.



Mit vielen Vereinen fühlte sie sich eng verbunden. „Ich bin die ‚Lilli‘, weil ich auf fast jeder Veranstaltung bin“, hat sie einmal gesagt. Unermüdlich war sie für die Bürger und die Vereine da und hat vielen Menschen konkret weitergeholfen. Ihr Lachen und ihr Fröhlichsein waren ihre Markenzeichen. Nach der Einführung von „kummulieren und panaschieren“ im Kommunal-wahlrecht wurde ihre Beliebtheit noch besonders deutlich, wurde sie von den Bürgerinnen und Bürgern doch immer wieder weit nach vorne „gehäufelt“, wobei sie auch viele Stimmen von Wählern anderer Parteien gewann. Besonders galt ihr Engagement auch dem Stadtteil Eckenheim, wo sie sich insbeson-dere für den Erhalt der Stadtteil-Infrastruktur einsetzte.

Zu ihrem 80. Geburtstag äußerte sie den Wunsch „ich bleibe solange, bis es wieder mal einen SPD-Oberbürgermeister in Frankfurt gibt“, ein Wunsch, dessen Erfüllung sie noch erleben durfte.

Lilli Pölt, die in ihrem Leben auch eine Reihe von Schicksalsschlägen erleiden musste, ist am heutigen Freitag nach langer, schwerer Krankheit verstorben. In der Frankfurter SPD hat die Nachricht vom Tode Pölts Erschütterung hervorgerufen. „Wir haben eine verdiente und vorbildliche Sozialdemokratin verloren, die Sinnbild für die Nachkriegsgeschichte der Frankfurter SPD war“, sagte der Frankfurter SPD-Vorsitzende Mike Josef zum Tode von Lilli Pölt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling sagte, mit Pölt verliere die SPD die wohl populärste Frankfurter Sozialdemokratin. Pölt werde nicht zu ersetzen sein und hinterlasse eine große Lücke in der Kommunalpolitik.

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