SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 11. Juli 2014

„Nutzt die Chance der Frauenquote und hört damit auf, sie durch Ausnahmeforderungen auszuhöhlen!“

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Frankfurt ruft den DGB auf:

„Leider hat der DGB das Ziel der Einführung einer Frauenquote nicht verstanden“ zeigt sich die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) Barbara Wagner aus Frankfurt enttäuscht. Der DGB hatte jüngst gefordert, bei der geplanten Frauenquote in Aufsichtsräten für Betriebe mit hohem Männeranteil Ausnahmeregeln zuzulassen.

Ziel müsse sein, mehr Frauen für Berufe zu begeistern, die bisher von ihnen nur wenig nachgefragt wurden. Die Aussage „Frauen bewerben sich ja nicht“ könne nicht gelten. „ Die Betriebe müssen sich vielmehr fragen, was sie für Frauen attraktiv machen könnte und dies dann auch entsprechend veröffentlichen. „Dann werden Frauen die Angebote auch aufgreifen“ ist sich Barbara Wagner sicher.

Dieser Vorschlag gelte auch für den DGB. Leider seien auch in vielen Gewerkschaften unter den Mitarbeitern und insbesondere in den Führungsetagen viel zu wenige Frauen eingestellt. „Man sehe sich nur die Fotos der Gewerkschaftsvertreter bei der Abstimmung zum Mindestlohn im Bundestag an: Alles Männer“ so Barbara Wagner.

Sie glaubt, dass die Frauenquote starke Strukturveränderungen auf dem Arbeits-markt zur Folge haben könnte, die letztlich auch Männern zu Gute kämen. Durch eine Quote werde die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf endlich möglich werden, die auch Männern immer wichtiger werde.

Der umgekehrte Fall – die Erhöhung der Männerquote in Führungspositionen von frauentypischen Berufen, z.B. Kindergärtner, Pflegeberufe, Lehrkräfte - war durchaus nicht ohne Erfolg.

Mit den jetzigen überwiegend sehr unflexiblen Arbeitszeitmodellen werden die Unternehmen nur schwer die nötigen Frauen für ihre Führungspositionen gewinnen. „Arbeitgeber müssen unter einer Quote plötzlich ebenso viel Flexibilität zeigen wie sie sie von ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verlangen“ glaubt Barbara Wagner.

Die AsF in Frankfurt ruft den DGB auf: „Nutzt die Chance der Frauenquote und hört damit auf, sie durch Ausnahmeforderungen auszuhöhlen!“.
„Wir können den Verstoß gegen Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes, der die Gleichheit von Frauen und Männern und die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern festschreibt nicht mehr länger hinnehmen“ betont Barbara Wagner abschließend.

SPD Frankfurt am Main

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