SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

18. Juli 2014
Anna Latsch – integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer:

SPD-Fraktion wendet sich an den Bundesinnenminister: Die integrationskursbegleitende Kinderbetreuung muss erhalten werden!

In einem offenen Brief hat sich die SPD-Fraktion im Römer an Bundesinnenminister de Maizière gewandt, mit der Bitte um Erhalt der Kinderbetreuung für Teilnehmerinnen der Integrationskurse. „Wir hoffen auf die Einsicht in Berlin, dass die Situation in deutschen Großstädten, und gerade in Frankfurt, sich nicht mit der Einschätzung des Bundesinnenministeriums deckt. Die Frauen werden ohne Kinderbetreuung einfach nicht mehr kommen“, befürchtet die integrationspolitische Sprecherin Anna Latsch.

Der nun geltende Betreuungsanspruch für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr sei für diese Klientel kaum relevant. „Wer schon mal versucht hat in Frankfurt einen U3 Betreuungsplatz zu bekommen, der weiß wieviel Know-how und sowohl Sprach- als auch Ortskenntnisse vonnöten sind, um erfolgreich zu sein“, sagte Latsch, die selbst Mutter zweier Kinder ist.
Natürlich sei es wünschenswert, gerade diese Kinder in guten Betreuungseinrichtungen zu wissen, wo individuelle Förderung auf der Tagesordnung stehe. „Der Realität entspricht diese Vision jedoch nicht“, so Latsch.
Wenn, wie den Trägern angekündigt, die Kinderbetreuung zum 30. September 2014 eingestellt werde, werde das in einen herben Rückschlag für die Integrationspolitik in vielen deutschen Großstädten münden. „Unabhängig von der Schwierigkeit, einen Betreuungsplatz für ein Kind zu finden, sind viele Kinder der Teilnehmerinnen noch unter einem Jahr alt und werden gestillt. Diese Frauen werden und können ihre Kinder nicht weggeben und stattdessen einfach nicht mehr an den Kursen teilnehmen“, so die Integrationspolitikerin.

Sie wisse nach vielen Gesprächen mit den Frankfurter Anbietern von Integrationskursen, dass dort große Sorge um die Konsequenzen dieser Sparmaßnahmen herrsche.

„Für die betroffenen Frauen bedeutet das noch mehr Isolation, Rückzug und keine oder wenige Sprachkenntnisse. Also alles genau das, was wir verhindern wollen“, so Latsch.
Sie hoffe nun mit ihrer Fraktion auf eine Ausnahmeregelung für deutsche Großstädte wie Frankfurt oder eine Unterstützung für die Träger, die dann vielleicht aus eigner Kraft eine Kinderbetreuung auf die Beine stellen könnten.


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