SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

20. Oktober 2014
Sylvia Weber – bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer:

Für eine erfolgreiche, inklusive Bildung muss die Infrastruktur stimmen – Antrag der SPD-Fraktion

Die SPD-Fraktion im Römer hat einen umfassenden Antrag zur Magistratsvorlage M 161 vorgelegt, der die Bewerbung zur Modellregion Inklusion der Stadt Frankfurt sowie die Kooperationsvereinbarung mit dem Land Hessen hierzu regelt. „Der Magistrat ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg, es müssen jedoch noch wichtige Punkte nachverhandelt werden, um das bildungspolitische Ziel einer inklusiven Schullandschaft in Frankfurt nicht zu gefährden“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin Sylvia Weber. Die Stadtregierung habe bei ihren guten Absichten leider versäumt, alle Akteurinnen und Akteure im Vorfeld so einzubinden, dass nun alle an einem Strang ziehen können.

Wichtig sei zum einen, dass die regionalen Beratungs- und Förderzentren künftig geographisch für die Schulen zuständig sind und nicht nach Beeinträchtigung der Schülerschaft agieren sollen. „Es gibt viel zu viele Ansprechpartner für jedes einzelne Kind über das Stadtgebiet verteilt, was die Arbeit der Lehrkräfte unnötig verkompliziert“, so Weber. Zum anderen müsse künftig das Jugend- und Sozialamt an den Förderausschüssen beteiligt werden, um über potenzielle Integrationshelfer für ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf rechtzeitig entscheiden zu können.
„Es ist eine gute Nachricht, dass das Land uns 23 zusätzliche Lehrerstellen für die Inklusion zugesagt hat. Angesichts der unbedingt nötigen Ausweitung inklusiver Bildungsregionen auf die ganze Stadt muss jedoch nachverhandelt werden“, kündigte die Stadtverordnete an.
Um verlässliche Strukturen zu schaffen, müsse sichergestellt sein, dass es an jeder Schule eine Kollegin oder einen Kollegen gäbe, der auch eine Sonderpädagogische Ausbildung habe und so das Kollegium entlasten könne. „Wer will, dass die Modellregion ein Erfolg wird, der muss die Schulen stark machen und so ausstatten, dass sie die zusätzliche Arbeitsbelastung auch bewältigen können. Denn man kann nicht den Kollegien immer neue, zusätzliche Aufgaben übertragen, ohne eine entsprechende personelle Ausstattung sicher zu stellen“, stellte Weber klar.
Schließlich müsse hinzugefügt werden, dass bei künftigen Schulneubauten immer inklusive Planungskompetenz am Tisch sitze und die bestehenden Jugendhilfeprogramme nicht umgeschichtet, sondern zusätzlich ausgebaut würden. „Wenn diese Punkte berücksichtigt werden, sind wir auf einem guten Weg und kommen einem inklusiven Schulsystem in Frankfurt sehr viel näher“, so Weber abschließend.

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