SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 05. Februar 2015

frankfurt.digital

Erhebliche Versäumnisse bei dem Ausbau der digitalen Infrastruktur für Frankfurt am Main

Anlässlich einer Podiumsdiskussion der Frankfurter SPD zum Thema: „Chancen der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main“ am 2. Februar im Saal-bau Gutleut, wurde seitens der Podiumsteilnehmer erheblich Kritik an dem Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Nutzung der Digitalisierung für die Verbesserung der Abläufe in der Stadtverwaltung geäußert. Die Möglichkeiten, die sich durch den weltweit größten Internetknoten und den damit verbundenen Rechner- und Spei-cherkapazitäten in Frankfurt ergeben, werden bei weitem nicht genutzt. In einem Ranking deutscher Städte bezüglich der Nutzung digitaler Innovationen zur Verbes-serung der Geschäftsprozesse liege Frankfurt abgeschlagen auf Platz 30.

Bernhard Pussel, Vorstand Digital Hub Frankfurt, einem Zusammenschluss führender Rechenzentrums- und Netzbetreiber im Rhein-Main Gebiet bemängelte z.B. die un-verhältnismäßig lange Bearbeitungszeit von Bauanträgen, die schlechte Zusammen-arbeit der Ämter und der mangelhafte Ausbau der digitalen Infrastruktur. Er sei zwar in Kontakt mit dem Wirtschaftsdezernenten Markus Frank und dem Reformdezernenten Jan Schneider, kritisierte jedoch, dass außer Absichten keine konkreten Ergebnisse erzielt werden konnten. Ein Teil der Ursache liege auch in der nicht ausreichenden Kompetenz des Reformdezernats speziell für die Implementierung einer dezernatsübergreifenden digitalen Infrastruktur.

Vor 60 interessierten Bürgern erläuterte Günther Leßnerkraus vom Wirtschaftsminis-terium in Baden-Württemberg eine Initiative von Politik, IT Unternehmen und mittel-ständischen Unternehmen zur Bildung einer Plattform die helfen soll, die Digitalisie-rung in Produktion , Logistik und Wartung speziell für den Mittelstand zu unterstützen. Wichtige Voraussetzung sei dabei die Datensicherheit, erläuterte Leßnerkaus, die durch den Einsatz von Cloud-Anwendungen von großer aktueller Bedeutung geworden ist.

Frau Dr. Constanze Kurz vom Vorstand der IG Metall und verantwortlich für das Thema „Zukunft der Arbeit“ widersprach den Fundamental-Kritikern der Digitalisierung und betonte, dass die Auswirkungen auf die beteiligten Arbeitnehmer noch nicht messbar seien, keineswegs von einem ausschließlichen Abbau von Arbeitsplätzen gesprochen werden könne und es durchaus Beispiele für eine Aufwertung der Arbeit in digitalen Prozessen gäbe.

Den Bundes- und landespolitischen Aspekt beleuchtete Thorsten Schäfer-Gümbel der stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende der hessischen SPD. Er betonte, dass die SPD das Thema Digitalisierung zum Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit der nächsten zwei Jahre gemacht habe und damit im Gegensatz zu den anderen Parteien die Bedeutung des Themas und seine Auswirkung auf die Bildungs und Industriepolitik erkannt habe. Eine diesbezügliche Initiative der schwarz/grünen Koalition vermisse er sträflich. Er unterstütze Frau Dr. Kurz insbesondere in der Frage der Verbesserung der schulischen Ausbildung aber auch der permanenten Weiterbildung der Arbeitnehmer.

Breiten Raum nahm in der Diskussion auch die Frage nach dem kostenlosen öffentli-chen WLAN ein. Was in vielen Metropolen bereits selbstverständlich sei, stecke in Frankfurt noch in den Kinderschuhen, bemängelten die Podiumsteilnehmer.
Moderiert wurde die Veranstaltung durch Georg Maier Mitglied der Denkwerksatt Digitali-sierung der hessischen SPD und im Wahlkampf 2013 Wirtschaftsberater von Peer Steinbrück mit dem Themenschwerpunkt „Industrie 4.0“.

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