SPD Frankfurt am Main

Meldung:

11. Mai 2015

Schulische Bildung im Zeichen des demografischen Wandels

Herausforderung für Städte und Gemeinden

Das Bildungswesen muss große Anstrengungen unternehmen, um die Fachkräfte zu ersetzen, die mit den geburtenstarken Jahrgängen in den kommenden Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Deshalb stehen auch die hessischen Schulen angesichts des demografischen Wandels vor einem tiefgreifenden Wandel. Die Bildungsanstrengungen bei den Kindern von Migranten müssen intensiviert, Menschen mit eher niedrigem Bildungsstand weiter qualifiziert und in den Fokus gerückt werden. Berufsbegleitende Bildungsgänge an Hochschulen sowie die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer müssen ebenfalls verstärkt werden. Das sind nur einige Lösungsansätze, die sich aus einer Tagung der AfB zum Thema "Demografischer Wandel und schulische Bildung ergeben haben.

Kommunal- und Bildungspolitiker aus Hessen haben auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) der SPD Gießen in Kooperation mit der AfB Hessen-Süd am 25. April in der Gießener Kongresshalle bildungspolitische Herausforderungen diskutiert, die sich aus dem demografischen Wandel für Städte und Gemeinden ergeben. Das Referat "Demografischer Wandel und schulische Bildung" von Prof. Dr. Horst Weishaupt vom Deutschen Institut für Bildungsforschung in Frankfurt/Main stand zunächst im Mittelpunkt der Fachtagung. Die hessischen Schulen stünden angesichts der Bevölkerungsentwicklung vor einem tiefgreifenden Wandel, so der renommierte Bildungsexperte. Er betonte, dass sich aus dem demografischen Wandel für die Schulpolitik vor allem die Herausforderung ergebe, die aus dem Arbeitsleben ausscheidenden geburtenstarken Jahrgänge durch mindestens gleich qualifizierten Nachwuchs zu ersetzen. Ohne erhebliche Anstrengungen im Bildungswesen sei das bei allerdings unterschiedlichen Bedingungen in den Städten und Gemeinden nicht zu erreichen. Während eher dünn besiedelte ländliche Kreise stark vom Schülerrückgang betroffen seien, stiegen Schülerzahlen in den Städten.

Prof. Weishaupt schlägt unter anderem vor, die Bildungsanstrengungen bei den Kindern von Migranten zu intensivieren, Formen einer nachholenden Qualifizierung für Personen mit eher niedrigem Bildungsstand in den Fokus zu rücken und berufsbegleitende Bildungsgänge an Hochschulen und die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer zu verstärken. Zudem seien noch mehr Anstrengungen bei der Integration ausbildungsferner Jugendlicher, aber auch zum Ausbau der beruflichen Weiterbildung notwendig. Dies sind nur einige Voraussetzungen, damit die Wirtschaft ihren Qualifizierungsbedarf überhaupt in wirksame Nachfrage umsetzen kann, sagte der Referent.
Christoph Degen, Vorsitzender der AfB Hessen-Süd und bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion bestätigte den erheblichen politischen Nachholdbedarf bei der Förderung von Schülerinnen und Schülerin mit Migrationshintergrund. Diese erwerben in Hessen überproportional einen niedrig qualifizierenden Schulabschluss sowie seltener die allgemeine Hochschulreife als vergleichbare Schülerinnen und Schüler in anderen Staaten. Bildungsgerechtigkeit, echte Ganztagsschulen und der Ausbau der individuellen Förderung seien zentrale Anliegen der SPD-Landtagsfraktion, so Christoph Degen.

In Podiumsdiskussionen, Workshops und Impulsreferaten wurden am Samstagnachmittag die Folgerungen für städtische und ländliche Regionen mit den Themen "Bildung und demografischer Wandel aus sozial- und jugendpolitischer Sicht" (Referent MdL Gerhard Merz, Gießen) , "Städte und Ballungszentren" (Stadträtin und Bildungsdezernentin Astrid Eibelshäuser, Gießen und Leitender Schulamtsdirektor i.R. Eberhardt Luft, Darmstadt) und "Ländliche Gebiete" (Schulamtsdirektor Lothar van Eikels, Fritzlar und Oberstudiendirektorin Elisabeth Hillebrand, Alsfeld/Schlitz) unter der Moderation von Philipp Sommer und Dr. Jobst Krautheim vertiefend behandelt.


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