SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 15. Juni 2015

Rennbahn: Diskussionskultur erreicht neuen Tiefstand

Klaus Oesterling – Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer:
Klaus Oesterling

„Wenn, wie einem Bericht der Frankfurter Rundschau zu entnehmen war, der Präsident des Frankfurter Rennclubs, Manfred Louven, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Prinz zu Löwenstein, vorwirft, er spreche im ‚Stil des Stürmers‘, dann hat die Diskussionskultur einen neuen Tiefstand erreicht“. Mit diesen Worten reagierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römer, Klaus Oesterling, auf die jüngste Zuspitzung im Rennbahnstreit. Er selbst sei bekanntlich kein Löwenstein-Fan, so Oesterling, wenn aber der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Römer für einen möglicherweise diskussionsbedürftigen Beitrag mit dem Stil des antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“, dessen Herausgeber in Nürnberg zu Recht zum Tode verurteilt worden sei, auf eine Ebene gesetzt werde, dann disqualifiziere sich der Autor selbst. Louven solle sich für seine Entgleisung bei Löwenstein entschuldigen

Auch wenn der Schatzmeister des Rennclubs, Carl-Phillip Graf zu Solms-Wildenfels, den CDU-Fraktionsvorsitzenden als „Walzerkönig und Narr“ bezeichne, nachdem schon der frühere Hippodrom-Besitzer Manfred Hellwig Löwenstein „flegelhaftes Verhalten“ vorgeworfen hatte, zeuge dies von einem bemerkenswerten Sprachschatz der aus Adelskreisen und dem gehobenen Bürgertum stammenden Pferdefreunde.

Aber auch Prinz zu Löwenstein habe, indem er den gewählten Oberbürgermeister Peter Feldmann mit einem Hausierer verglichen habe, einen Griff in die unterste Schublade getan. Überdies sei Löwenstein für seinen Vorwurf, die Rennbahnbefürworter finanzierten sich „aus undurchsichtigen Quellen“, bisher jeden Beleg schuldig geblieben.

„Früher, etwa zu Zeiten des Oberbürgermeisters Wallmann, hat das bürgerliche Lager im Vergleich zur politischen Linken zwar nicht die besseren Argumente, aber wenigstens die distinguiertere Diskussionskultur an den Tag gelegt“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Damals gab es im bürgerlichen Lager noch Leute, die in den Debatten Aristoteles, Cicero, Montesquieu oder Voltaire zitieren konnten. Inzwischen erinnert die Diskussionskultur des bürgerlichen Lagers immer mehr an die Auftritte von Prekariatsvertretern in nachmittäglichen Gerichtsshows“. Sosehr die damit zu Tage tretende Nivellierung der Klassen zu begrüßen sei, so stelle doch auch aus der Sicht von Sozialisten der gesellschaftliche Untergang des kultiviert argumentierenden Bildungsbürgertums einen Kulturverlust dar. “Um Benimmregeln in Diskussionen sorgen sich heute offensichtlich nur noch äthiopische Exil-Prinzen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende abschließend.

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