SPD Frankfurt am Main

Meldung:

29. Juli 2015
Klaus Oesterling

Lückenschluss bei der D-Linie: Koaltionskehrtwende längst überfällig – Wahrscheinlich zwei Jahrzehnte verloren – Neue Trasse schafft Voraussetzung für Pfingstbergbebauung

„Diese Kehrtwende der Koalition war längst überfällig“. Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römerr, Klaus Oesterling, die Entscheidung der schwarz-grünen Römerkoalition, den Bau eines U-Bahn-Lückenschlusses zwischen der Bockenheimer Warte und Ginnheim jetzt doch in Angriff zu nehmen. „Damit korrigiert Schwarz-Grün eine ihrer katastrophalsten Fehlentscheidungen“.

Dass die jetzige Lösung, den Riedberg und andere Stadtteile im Norden alleine über die Eschersheimer Landstrasse zu er-schließen, keinen langfristigen Bestand haben konnte, war eigentlich vom Anfang an klar“, so Oesterling. „Nachdem nun der Riedberg immer stärker bebaut (bisher immer noch nur zu ca. 2/3) wird und auch die Verlagerung weiterer Bestandteile der Universität auf den Riedberg anstehen, wird von Tag zu Tag deutlicher, dass die Erschließung alleine über die überlastete Eschersheimer Landstraße nicht ausreicht“. Die Bürger müssten nun auf Jahre mit der derzeitigen unzureichenden Lösung leben, deren Probleme sich von Jahr zu Jahr verschärfen würden. Schwarz-Grün habe die geplante U-Bahn-Verbindung im Jahre 2006 ohne Not auf dem Alter der Grünen geopfert, obwohl der Planfeststellungsbeschluss unmittelbar bevorgestanden und die Finanzierung gesichert gewesen sei. Wenn Schwarz-Grün jetzt seinen Fehler eingesehen habe, sei dies zwar erfreulich, es sei aber absehbar, dass dieser trotzdem zu einer Zeitverzögerung von 20 Jahren führen werde.

Erfreulich sei die Kehrtwende allerdings auch deshalb, weil Schwarz-Grün mit dem Lückenschluss auch die notwendige ÖV-Kapazität für den Bau des von der SPD vorgeschlagenen Baugebietes am Pfingstberg im Frankfurter Norden schaffe. Offenbar werde das von Planungsdezernent Cunitz angekündigte integrierte Stadtentwicklungskonzept, dass Cunitz jetzt erst nach der Kommunalwahl vorlegen werde, auch entsprechende neue Bauflächen im Norden vorsehen.

Zu den jetzt von Verkehrsdezernent Majer vorgeschlagenen Trassenalternativen sagte Oesterling eine konstruktive Prüfung zu. Allerdings müsste in diese Prüfung auch die alte Planfeststellungstrasse mit einbezogen werden. Oesterling rechnet da-mit, dass bei den beiden vorgeschlagenen neuen Trassen die Länge der unterirdischen Führung im Laufe der weiteren Planung zunehmen werde, wie eine Begehung der Trassen bereits jetzt zeige. Bei der östlichen Trasse werde sich die Fahrzeitverlängerung negativ auf die Kosten-Nutzen-Analyse auswirken. Bei der westlichen Trasse sei weder eine oberirdische Querung des Miquelknotens realistisch noch die oberirdische Führung quer durch die Platensiedlung, durch die die alten gescheiterten Pläne wiederaufgewärmt würden, die Platensiedlung abzureißen. Oesterling erinnerte daran, dass im Gesamtverkehrsplan der D-Linie auf der alten Trasse eine Querschnittsbelastung von 75.000 Fahrgästen täglich prognostiziert worden sei, was die mit Abstand höchste Belastung aller ÖPNV-Neubauvorhaben gewesen sei (zum Vergleich: U-Bahn Europaviertel max. 32.000 Fahrgäste/Tag). Auch die Kosten-Nutzen-Analysen hatten einen extrem hohen Wert ergeben. Die neuen Trassen müssten sich auch hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Faktors dem Vergleich mit der Planfeststellungstrasse stellen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende äußerte sich in diesem Zusammenhang überrascht, dass Majer keine Kosten-Nutzen-Analyse vorgestellt habe. Da der Magistrat vier Jahre für seine Untersuchungen gebraucht habe, sei dafür ausreichend Zeit gewesen.

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