SPD Frankfurt am Main

Meldung:

Frankfurt am Main, 21. Oktober 2015

Die SPD-Fraktion im Römer trauert um ihren langjährigen früheren Fraktionsvorsitzenden Günter Dürr

Klaus Oesterling – Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer:

Günter Dürr wurde am 29.01.1941 in Bad Dürkheim geboren.
Der gelernte Schlosser arbeitete zunächst in Ludwigshafen bei der BASF. Über den zweiten Bildungsweg wurde Dürr Jurist und arbeitete seit 1979 als Dozent für Verwaltungs- und Ordnungsrecht beim Hessischen Verwaltungsschulverband.

Dürr trat 1968 in die SPD ein und bekleidete zahlreiche Funktionen. Der bekennende Linke war von 1974 bis 1985 Mitglied des Parteivorstandes der Frankfurter SPD. Im Jahre 1981 wurde Dürr Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, der er bis 1997 und dann wieder von 2001 bis 2011 angehörte. Von 1997 bis 2001 gehörte Dürr dem ehrenamtlichen Magistrat an. Im Jahre 1986 wurde Dürr als Nachfolger von Hans Michel, der als Arbeitsdirektor zum Flughafen gewechselt war, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer. Er bekleidete diese Funktion bis zum Jahre 1997. Für seine Verdienste wurde Dürr von der Stadtverordnetenversammlung die Bezeichnung Stadtältester verliehen.

Günter Dürr gehörte Zeit seines Lebens zu den engagiertesten und einflussreichsten Sozialdemokraten in Frankfurt. Seine Leidenschaft gehörte der Wirtschafts-, Planungs- und Verkehrspolitik. Dürr war unter anderem langjähriges Mitglied des Planungs- und des Wirtschaftsausschusses und des Ältestenaus-schusses und gehörte den Aufsichtsgremien einer Reihe städtischer Gesellschaften an. Dürr war langjähriger Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses.


Dürr führte die SPD-Fraktion nach 1986 in der Zeit des Wieder-aufstiegs nach der verlorenen Kommunalwahl 1977. In dieser Zeit war Dürr sowohl an der Formulierung der Oppositionspolitik als auch an der Formulierung des neuen Wahlprogramms, das schließlich zum Wahlsieg 1989 entscheidend beitrug, an führender Stelle mit beteiligt. Als Fraktionsvorsitzender arbeitete Dürr mit großem Engagement auf den letztlich erfolgreichen Machtwechsel zu Rot-Grün hin. Nach der gewonnen Wahl 1989 führten unterschiedliche Biographien und unterschiedliche Charaktere dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Dürr und dem damaligen Oberbürgermeister Volker Hauff schwierig gestaltete. Unter dem neuen Oberbürgermeister von Schoeler entwickelte sich das Verhältnis zwischen Fraktion und Oberbürger-meister harmonischer, was auch Dürrs Verdienst war.

Nach der Kommunalwahl 1993 setzte sich Dürr engagiert für den Erhalt der rot-grünen Koalition ein, konnte aber deren Scheitern durch fehlende Stimmen in mehreren geheimen Dezernentenwahlen nicht verhindern. Nach der Kommunalwahl 1997 gab Dürr die Funktion des Fraktionsvorsitzenden auf und wechselte zunächst in den ehrenamtlichen Magistrat. In den folgenden Jahren nahm Dürr in der SPD-Fraktion den Rang eines „Elder Statesman“ ein, der die Fraktion und deren Fraktionsvorsitzende immer mit seinem Rat und seiner Erfahrung unterstützte. Es noch einmal erlebt zu haben, dass mit Peter Feldmann ein Sozialdemokrat Oberbürgermeister dieser Stadt wurde, hat ihn besonders gefreut.

Der Tod seiner Frau Elke im Jahre 2011 war für Dürr ein schwerer Schlag, von dem er sich nicht erholte. Nach langer schwerer Krankheit ist Günter Dürr im Alter von 74 Jahren verstorben. „Wir haben einen engagierten Sozialdemokraten verloren, der die SPD-Fraktion in einer erfolgreichen, aber auch sehr schwierigen Zeit geführt hat“, so der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römer, Klaus Oesterling. “Wir haben Günter Dürr sehr zu danken und werden sein Andenken in Ehren halten“

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