SPD Frankfurt am Main

Meldung:

08. Dezember 2015

Kristina Luxen ist neue Geschäftsführerin des Bezirks Hessen-Süd

Seit dem 8. Dezember 2015 hat der Bezirk Hessen-Süd eine neue Geschäftsführerin. Kristina Luxen übernimmt die Leitung der Geschäftsstelle, die seit dem Tod von Karlheinz Pfaff im Juli verwaist war.

Im Frankfurter Stadtteil Harheim kann man sie auf dem Fahrrad antreffen. Immer bereit, an jeder Ecke anzuhalten auf einen kurzen oder auch längeren Schwatz. So erfährt sie, was die Menschen umtreibt. Lokalpolitik, so ihre Erfahrung, macht sich nun mal nicht aus dem warmen Büro heraus, sondern nur, wenn man auch weiß, was die Menschen bewegt. Auch da, wo man sich Unangenehmes anhören muss. Das Hemdsärmelige, Anpackende, Direkte schätzen auch ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Ortsbeirat an ihr. Seit 1993 ist die Mutter von drei Söhnen in der SPD. „Leidgeprüft“, sagt die 49-Jährige und lacht gequält. Sie schätzt die besondere Rolle der südhessischen und hessischen SPD bei der Entwicklung neuer Konzepte für mehr Gerechtigkeit. Im Landtagswahlkampf 2013 war sie Stellvertreterin und Wahlkampfleiterin von Andrea Ypsilanti und ist auch weiterhin
ehrenamtliche Geschäftsführerin des von Ypsilanti gegründeten „Instituts Solidarische Moderne e.V.“.

Als Basis für den politischen Erfolg, so ihre Einschätzung, müsse die SPD den größten Teil des linken Spektrums unserer Gesellschaft abdecken, aber sie dürfe sich nicht darauf beschränken. Sie stellt sich in eine direkte politische Linie mit Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der nach der gewonnenen OB-Wahl 2012 dem Hessischen Rundfunk sagte: „Es gibt nicht nur Hartz IV und Schröder, sondern da, wo die SPD ist, ist sozialpolitisch links die Wand.“

Luxen hat ursprünglich eine Ausbildung zur Diplom-Bibliothekarin gemacht, doch das war ihr „nicht vielseitig genug“, wie sie sagt. An der Uni Trier hat die aus der Eifel stammende junge Frau deshalb noch Betriebswirtschaft studiert. Spezialisiert hat sie sich dabei auf Rechnungs- und Prüfungswesen, neudeutsch Controlling. Bereits an der Uni hat sie eine multifunktionale Chipkarte eingeführt, die Idee ihrer Diplomarbeit: Mit nur einer Karte sollten Studierende Bus und Bahn
fahren, in der Mensa bezahlen, sich zurückmelden und in der Bibliothek Bücher ausleihen können. Dieses Projekt öffnete ihr die Türen zu ihrem nächsten Arbeitgeber, der Gesellschaft für Zahlungssysteme in Frankfurt. 15 Jahre lang war sie dort beschäftigt.
Nach einem weiteren Studium (Stiftungsmanagement) und einem
Praktikum bei der Wiesbadener Bärenherz-Stiftung hat sie die letzten Jahre als stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Controlling des Landkreises Offenbach gearbeitet.

Politisch hat sie sich - nach Zwangspausen durch die Kinder - einiges vorgenommen. Aktuell ist sie Ortvereinsvorsitzende, Kinderbeauftragte im Stadtteil, Ortsbeiratsmitglied und stellvertretende Ortsvorsteherin. „Ich will durchstarten“, sagt sie selbstbewusst. Erstmals kandidiert sie für die kommende Kommunalwahl im März 2016 für die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, auf aussichtsreichem Listenplatz 22. „Finanzen, Kultur, Sport“, das sind die Ressorts, die sie interessieren. „Haushaltssicherung kann ich“, bekräftigt sie überzeugend.

Im Bezirk will sie mit gleichem Elan vom 8. Dezember an als Geschäftsführerin und Nachfolgerin des im Juli viel zu früh und unerwartet verstorbenen Karlheinz Pfaff anfangen. „Ich bin ein sehr politischer Mensch und habe es jetzt endlich geschafft, mein Hobby zum Beruf zu machen“. Dabei kennt sie ihre Rolle: Die politische Linie
kommt von Parteitag und Vorstand, die Aufgabe der Geschäftsführung ist es, diese umzusetzen und zu beraten. Es reizt sie, die rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu führen und anstehende Probleme zu lösen. „Das habe ich von Andrea und meiner jetzigen Chefin gelernt“. Personal sei das höchste Gut eines Unternehmens und
so will sie auch allen ein Höchstmaß an Wertschätzung entgegenbringen. Das bedeute aber nicht, „dass ich mir auf der Nase herumtanzen lasse“, schränkt sie lachend ein.

Als Schwerpunkt ihrer Arbeit im Bezirk sieht sie die Mitgliederpflege und Gewinnung von Neumitgliedern. „Die klassischen Instrumente greifen da nicht mehr, die Mitgliederzahlen gehen immer weiter zurück“, erläutert sie. Auch über alternative Finanzierungsmöglich-keiten müsse dabei nachgedacht werden, als Stichwort dafür nennt sie „Crowd-funding“, die sogenannte Schwarmfinanzierung bestimmter Projekte und Firmen-Start-Ups über das Internet. Dafür muss man Begeisterung säen. Viel mehr jüngere Menschen will sie ansprechen und für die Arbeit in der Partei gewinnen. „Wir haben als Bezirk nicht mal einen eigenen Facebook-Auftritt“, hat sie festgestellt. Das und vieles andere soll sich bald ändern. Wenn man ihr zuhört, glaubt man, dass sie das anpacken kann. (MPH)

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