SPD Frankfurt am Main

Meldung:

29. Juni 2016
Eugen Emmerling - Stadtverordneter der SPD-Fraktion im Römer:

Auch in Frankfurt Flagge für Europa zeigen – Europafahne in die Paulskirche

+Eugen Emmerling

Der Frankfurter Stadtverordnete Eugen Emmerling (SPD) regt an, in der Frankfurter Paulskirche neben den Fahnen Deutschlands und seiner sechzehn Bundesländer auch die Europafahne anzubringen. Die Entscheidung der Briten für den Austritt aus der EU erfordere gerade in Frankfurt, der „dritten europäischen Hauptstadt“ ein sichtbareres Bekenntnis zu Europa.

Emmerling: „Die Paulskirche ist das Nationaldenkmal für die deutsche Demokratie und die deutsche Einheit. Doch ohne die Europäische Union wäre die Wiedervereinigung Deutschlands in Freiheit nicht möglich gewesen. Wenn das Bekenntnis zu Europa Teil der deutschen Staatsraison ist, dann sollte das zuallererst in der Paulskirche sichtbar werden.“

Emmerling weist darauf hin, dass schon 1848 auch europäische Themen im Zentrum der Debatten des ersten deutschen Parlaments standen. Die radikalen Demokraten verbanden damals die Zukunft eines freien Deutschland mit der Freiheit des von der Teilung bedrohten Nachbarlandes Polen. Zumindest eine Minderheit beharrte schon damals in der Paulskirche auf dem europäischen Schicksal der Deutschen: „Das Ende Polens wäre das Ende Deutschlands.“

Die Paulskirche sei seit ihrem Wiederaufbau nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg auch zu einem Symbol der europäischen Aufklärung geworden, so Emmerling. Dazu tragen bis heute wichtige Reden bei, die hier gehalten werden. Nicht zuletzt bei der jährlichen Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels werden die Werte Europas immer wieder reflektiert. Zum Beispiel führte der italienische Autor Claudio Magris mit Blick auf die Flüchtlinge schon 2009 aus: „Auf Europa wartet die große und schwierige Aufgabe, sich den neuen Kulturen der neuen Europäer aus der ganzen Welt zu öffnen, die es durch ihre Mannigfaltigkeit bereichern. Es wird darum gehen, uns selbst in Frage zu stellen und offen zu werden für den größtmöglichen Dialog mit anderen Wertsystemen, dabei jedoch Grenzen um ein winziges, aber präzises und nicht mehr verhandelbares Quantum an Werten zu ziehen...“.

Auch bei den anderen in der Paulskirche verliehenen Preisen stünden laut Emmerling direkt oder indirekt immer Europa, sei-ne Idee und seine Werte im Zentrum. Beim Goethepreis ebenso wie beim Börnepreis, bei dessen Verleihung 2013 beispielsweise der Philosoph Peter Sloterdijk warnte: „Das europäische Projekt steht vor dem Verfall.“ Schuld daran sei die „Umwandlung von Politik in einen Reparaturbetrieb“. Die Europäer sollten sich weigern, „bei diesem Endspiel nur Zuschauer zu sein.“

SPD Frankfurt am Main

Sitemap