SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 16. März 2010
Eugen Emmerling, Vorstandsmitglied der Frankfurter SPD

SPD: Erstes Europäisches Kulturerbe-Siegel für Paulskirche

+Eugen Emmerling

Die Frankfurter Paulskirche soll als erstes Bauwerk in Deutschland mit dem von der EU-Kommission auf den Weg gebrachten „Europäischen Kulturerbe-Siegel“ ausgezeichnet werden. Eugen Emmerling, Vorstandsmitglied der Frankfurter SPD, forderte den Magistrat auf, sich bei der Bundesregierung für die deutsche Zustimmung zur Einführung des Siegels und für die Paulskirche als ersten deutschen Vorschlag einzusetzen. Gleichzeitig bat er den SPD-Europaabgeordneten Udo Bullmann, sich für ein Ja des Europäischen Parlaments zu engagieren.

„Kein anderer Ort in Deutschland steht so wie die Frankfurter Paulskirche für die europäischen Ideale der Demokratie, der Grundrechte und der Völkerverständigung. Die hier von der Nationalversammlung erarbeitete Paulskirchenverfassung ist nicht nur eine der Grundlagen der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes, sondern auch eine der ideellen Wurzeln des EU-Grundlagenvertrags von Lissabon.“

Die Europäische Kommission hat in der vergangenen Woche eine EU-weite Initiative zur Vergabe des „Europäischen Kulturerbe-Siegels“ gestartet. Mit dem Siegel sollen Stätten ausgezeichnet werden, die Symbole der europäischen Einigung, der Ideale und der Geschichte der EU sind. EU-Kulturkommissarin Androulla Vassiliou will, dass jeder der 27 EU-Mitgliedstaaten die Möglichkeit erhält, maximal zwei Stätten für das neue Europäische Kulturerbe-Siegel vorzuschlagen. Eine Kommission unabhängiger Experten soll dann eine Stätte pro Land und Jahr auswählen. Der Vorschlag wird jetzt dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament zur Annahme vorgelegt und könnte 2011 oder 2012 in Kraft treten.

Der Vorschlag stützt sich auf eine Initiative von 17 EU-Mitgliedstaaten, die 2006 ins Leben gerufen wurde. Bislang haben 64 Stätten das Siegel erhalten, darunter die Akropolis in Athen, die Danziger Werft und der Kapitolsplatz in Rom. Bisher haben die Mitgliedsstaaten über die Vergabe der Auszeichnung allein entschieden, durch Umwandlung in eine Maßnahme der Europäischen Union verstärken sich nach Auffassung der EU-Kommission Glaubwürdigkeit, Öffentlichkeitswirkung und Ansehen des Siegels.

Das Europäische Kulturerbe-Siegel der EU unterscheidet sich von anderen Initiativen, z. B. der UNESCO-Liste des Welterbes deutlich. Denn von der EU werden Stätten ausgezeichnet, die eine Schlüsselrolle in der Geschichte der Europäischen Union gespielt haben. Die Auswahl erfolgt nicht aufgrund ihrer Schönheit oder ihrer architektonischen Qualität, sondern wegen ihres symbolischen Wertes für Europa. Die pädagogische Dimension, insbesondere mit Blick auf junge Menschen, spielt eine maßgebliche Rolle.

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