SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

Frankfurt am Main, 08. September 2010
Eugen Emmerling, stellvertretender Vorsitzender der Frankfurter SPD

Mehr Respekt vor den Toten und den Lebenden

SPD-Vize Eugen Emmerling fordert Verzicht auf Ausschluss von Angehörigen und Geistlichen bei anonymen Beerdigungen
+Eugen Emmerling

Seit August dürfen laut neuer Friedhofsordnung weder Angehörige noch Pfarrerinnen und Pfarrer an anonymen Bestattungen auf Frankfurter Friedhöfen teilnehmen. In einem Brief hat jetzt der stellvertretende Frankfurter SPD-Vorsitzende Eugen Emmerling die zuständige Dezernentin, Dr. Manuela Rottmann um eine Korrektur dieser „für viele Menschen schmerzhaften Maßnahme“ gebeten.

Emmerling verweist darauf, dass der in Paragraf 20 der neuen Friedhofsordnung verfügte „Ausschluss der Angehörigen und sonstigen Personen von anonymen Bestattungen“ nur deshalb erfolge, weil das Grünflächenamt dadurch Zeit und Kosten spare. Demgegenüber argumentiert der SPD-Politiker, dass die neue Praxis „unseren europäischen Werten und dem notwendigen Respekt vor den Toten und den Lebenden“ widerspreche. Hinter diesen grundlegenden Überlegungen müssen, so Emmerling, auch in Frankfurt rein betriebswirtschaftliche Erwägungen zurücktreten.

Emmerling weist darauf hin, dass ein wichtiger Grund bei der Entscheidung sowohl der Verstorbenen als auch der Angehörigen für diese Bestattungsart zunehmend Geldnot bzw. Armut sei. Die anonyme Bestattung sei die am wenigsten teure Begräbnismöglichkeit, bei der außerdem für die Angehörigen später auch keine Kosten für die Grabpflege entstehen. Emmerling: „Viele Menschen entscheiden sich nur deshalb für sich selbst oder als Angehörige für ihre Verstorbenen für diese Bestattungsart, weil sie eine teurere schlicht nicht bezahlen können. Der Antrag beim Sozialrathaus auf Kostenübernahme durch die Stadt kommt für viele insbesondere ältere Bürger nicht in Frage. Wer sein Leben lang ohne Sozialhilfe auskam, will sich und seinen Angehörigen beim letzten Akt die oft als demütigend empfundene Bittstellerrolle ersparen.“

Emmerlings Appell an Stadträtin Dr. Rottmann: „Ich bitte Sie, diese auch von den christlichen Kirchen vorgebrachten Bedenken ernst zu nehmen und dem Magistrat nachträglich eine Neufassung des Paragraf 20 der Friedhofsordnung zuzuleiten, die den Gefühlen der betroffenen Menschen und unserer Tradition wieder Rechnung trägt.“

SPD Frankfurt am Main

Sitemap