SPD Frankfurt am Main

Meldung:

11. Oktober 2010
Tagung: Migranten und ehrenamtliches Engagement

Integration im Alltag leben

+„Integration leben“, riet Jürgen Gierschewski von der Freiwilligen Feuerwehr.

Ohne Mesut Özil kann man sich unsere Fußball-Nationalmannschaft kaum noch jemand vorstellen. Genauso undenkbar ist ein normaler Sportverein ohne Migranten. Freiwilliges Engagement ist einer der wichtigsten Bestandteile einer funktionierenden Gesellschaft. Um das Engagement von Migranten und dessen Förderung ging es bei einer Tagung des SPD-Bezirks Hessen-Süd am 8. Oktober in Frankfurt. Rund 60 Vertreter aus Vereinen, Verbänden und Initiativen sowie der Politik waren gekommen, wenige Stunden vor dem Anpfiff des Fußball-Länderspiels Deutschland-Türkei.

Über die Beteiligung und das Engagement von Migranten referierte Dr. Dirk Halm von der „Stiftung Zentrum für Türkeistudien“ aus einer Studie. Die Beteiligungsquote von türkeistämmigen Migranten entspreche dabei fast dem fast dem deutschen Niveau, unterstrich er. Besonders hoch sei sie im religiösen Bereich, im Sport oder in der Freizeit, so Dr. Halm. Auffallend sei die hohe Beteiligung bei Elterninitiativen, was der Sarrazin-These einer mangelnden Bildungsorientierung widerspreche.

Schwieriger werde es mit der Besetzung von Vorstandsämtern, Übungs- oder Gruppenleitern. Hier sei die Engagementquote deutlich geringer. Alle Fachleute aus den verschiedenen Bereichen des ehrenamtlichen Engagements sahen hier den größten Nachholbedarf.

Ralf-Rainer Klatt, Vizepräsident des Landesportsbundes, forderte eine beiderseitige, nachhaltige Öffnung der Vereine. Er unterstrich neben dem Integrationsfaktor für die Gesellschaft auch den persönlichen Gewinn, den ehrenamtliches Engagement bietet.

„Integration leben und nicht ständig darüber reden“, riet Jürgen Gierschewski von der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim. Er berichtete aus der erfolgreichen Praxis und verwies auf eine hohe Migrantenqoute bei der Feuerwehr. Fingerspitzengefühl und eine kultureller Sensibilität seien Erfolgsfaktoren.

„Migranten müssen in die deutsche Ehrenamtskultur integriert werden“, formulierte Nabi Demirkan, Migrationsberater im Lahn-Dill-Kreis. Sie seien wichtig für die Gestaltung und Entwicklung der Gesellschaft. Er wünschte sich eine bessere Öffnung der Organisationen auf beiden Seiten und bessere Vernetzung untereinander.

Auch an die Migrantenorganisationen hatten die Tagungsteilnehmer Wünsche, um die Beteiligung zu verbessern: Professionalisierung der Arbeit, Förderung von engagierten Frauen sowie die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit.

Zum Abschluss formulierte Uta Zapf, MdB und Vorsitzende des Arbeitskreises Migration der SPD Hessen-Süd, eine Vision. „Es kommt der Tag, an dem wird die Integration abgeschafft. Dann geht es in der Arbeit von Vereinen und Initiativen ausschließlich um Sachthemen.“ Zwei Stunden nach Ende der Tagung erzielte Mesut Özil sein Tor für Deutschland.

OS


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