SPD Frankfurt am Main

Meldung:

15. November 2010
Dr. Renate Wolter-Brandecker - Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer:

Graffiti-Kultur soll endlich mit legalen Flächen aus der Illegalität geholt werden!

„Graffiti für die City“ soll wieder zum Motto für Frankfurt werden!

Die SPD-Fraktion im Römer will nach vielen Jahren der strikten Verfolgung von Sprayern in Frankfurt endlich wieder zu einer weltoffenen Stadt werden, in der auch junge kreative Sprayer an legalen Wänden ihre Kunst im Graffitisprayen zeigen können.

In Frankfurt am Main werden Sprayer von der Polizei verfolgt, legale Flächen werden nicht bereitgestellt. Die einzige Großfläche, die während der letzten fünf Jahre geduldet wurde und ein äußerst beliebter Treffpunkt der Sprayerszene aus ganz Deutschland und darüber hinaus war, die Produktionshallen der Naxosfabrik, werden derzeit abgerissen. „Wir meinen, es ist längst überfällig, diese restriktive Haltung der Stadt Frankfurt am Main aufzugeben und endlich legale Flächen für Sprayer zur Verfügung zu stellen. Was in anderen Kommunen des Rhein-Main-Gebiets längst möglich ist, sollte auch in Frankfurt möglich werden“, erklärte die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer heute im Rahmen einer Pressekonferenz. Offenbach oder Bad Vilbel weisen seit vielen Jahren ganz selbstverständlich legale Flächen für Graffiti-Sprayer aus, veranstalten jährlich Graffiti-Festival. Die strikte Ablehnung legaler Flächen in Frankfurt sei dagegen auffällig. So erklärte Oberbürgermeisterin Petra Roth vor ein paar Jahren, man wolle keine legalen Flächen, mit einer „kulturellen Kanalisation des Problems“ könne man ohnehin kaum etwas ausrichten, stattdessen baue man auf den Arbeitskreis Anti-Graffiti – Frankfurt Rhein-Main. „Es geht erstmal darum, dass die Stadt Frankfurt ihre Haltung gegenüber Graffiti ändert, bevor wir über konkrete Flächen diskutieren können. Sicher ist: es gibt Flächen, die immer besprayt werden. Wenn sie legal sind, wird sich die Qualität der Graffitis verbessern“, ergänzte der bekannte Graffiti-Künstler Klark Kent die Forderungen der SPD. Man könne davon ausgehen, dass illegale Graffiti deutlich zurück gehen, wenn man legale Flächen zur Verfügung stelle, weil Erfahrungen aus anderen Städten dies belegen.
Inzwischen wurde eine umfangreiche Datensammlung über Sprayer und Graffitis gesammelt. Pro Jahr stehen im städtischen Haushalt 250.000 Euro für die Beseitigung der Graffitis zur Verfügung. Dazu ein Vorschlag von Turgut Yüksel, dem integrationspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Römer: „Wenn man von den 250.000 Euro 50.000 für legale Graffiti zur Verfügung stellen würde, wäre schon viel getan. Es gibt beispielsweise überall Skater-Parks aber keine Sprayer-Parks, das sollten wir ändern.“
Wie in anderen Kommunen sollten alle Aktivitäten nicht über die Köpfe der Graffiti-Szene hinweg entschieden werden. Ein Arbeitskreis mit dem Liegenschaftsamt, der Denkmalpflege, dem Kultur- und Sozialdezernat und vor allem mit Fachleuten aus der Sprayerszene sollte eingerichtet werden, um ein Konzept für diesen Teil der Jugend- Kultur zu entwickeln.
Die SPD-Fraktion hat einen entsprechenden Antrag gestellt und hofft auf Unterstützung der anderen Fraktionen im Stadtparlament.

Klark Kent ist seit 1989 aktiv und ist mittlerweile längst ein international angesehener Künstler. Seit 1994 werden seine Wer-ke auch auf Ausstellungen präsentiert, darunter in New Yorker Galerien. Er hat Wände gestaltet von New York über Sao Pau-lo, Barcelona, Mailand, Dubai und vieles mehr. Und er hat das Online-Graffiti-Spiel „Bomb the World“ entwickelt, das in der Szene großen Anklang gefunden hat. Er ist kein SPD-Mitglied, unterstützt aber deren Initiative für legale Flächen in Frankfurt.

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