SPD Frankfurt am Main

Pressemitteilung:

11. Januar 2011
Turgut Yüksel - Integrationspolitischer Sprecher der SPD-fraktion im Römer

SPD sieht die Bindung DITIBs an den türkischen Staat kritisch und macht sich erneut für Islamkunde stark

„Die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) hat gestern einen Antrag gestellt, als Religionsgemeinschaften und als Träger eines islamischen Religionsunterrichts (Art 7 GG) anerkannt zu werden. Sie erfüllt grundsätzlich wesentliche Anforderungen an eine Religionsgemeinschaft und vertritt eine entsprechend große Gruppe von Muslimen in Hessen“, sagte Turgut Yüksel, Stadtverordneter der SPD-Fraktion im Römer. Die DITIB könnte für die Erteilung des Religionsunterrichts ein zuverlässiger demokratischer Kooperationspartner für den Staat sein, müsste dafür aber als Organisation bereit sein, ihre formale Bindung zur Türkei aufzugeben. „Deshalb glaube ich, dass die Genehmigung des Antrages an diesem Sachverhalt scheitern wird sagte, Yüksel. Die Entscheidung darüber müsse so schnell wie möglich getroffen werden.

Falls DITIB die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllen sollte, sehe er keine andere Organisation, die in der Lage sei, den islamischen Religionsunterricht zu erteilen. „Der von der Landesregierung eingeschlagene bisherige Weg ist sowohl inhaltlich als auch organisatorisch der schwierigere und langwierigere, was zur Folge hat, dass die muslimischen Kinder in Hessen noch lange auf Unterricht warten können, in dem ihre Religion eine Rolle spielt“, sagte der Integrationspolitiker.

Muslimische Kinder sollten aber die Möglichkeit haben, an öffentlichen Schulen über ihre Religion informiert zu werden. „Wir halten nach wie vor die Erteilung einer beschreibenden, aufklärenden, religionskundlichen Islamkunde, in dessen Rahmen die islamische Geschichte, die verschiedenen Konfessionen im Islam, die zu Grunde liegende Philosophie, Kultur und Ethik auf dem Lehrplan stehen, für den richtigen Weg“, so der Stadtverordnete.

Dieser religionskundliche Unterricht sollte durch angemessen qualifizierte und staatlich eingestellte Lehrkräfte unter aus-schließlich staatlicher Trägerschaft nach staatlich anerkannten Lehrplänen auf Deutsch erteilt werden. Ein solcher Unterricht würde eine breitere Grundlage für ein integratives Zusammenleben schaffen.



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