Ritter Cunitz(bert) kämpft mit offenem Visier

Dass das „Klima in der Koalition schlecht wie selten“ ist – so Bürgermeister Olaf Cunitz in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung –, konnten Beobachter im Römer schon seit längerem wahrnehmen, zum ersten Mal habe aber ein Koalitionspolitiker die Krise des schwarz-grünen Bündnisses offen angesprochen, bewertet Mike Josef, Vorsitzender der Frankfurter SPD die entsprechende Berichterstattung.

„Während die Spitzen der CDU und der CDU-Fraktion ihren Unmut über die Grünen nur hinter vorgehaltener Hand äußern und am liebsten unerkannt bleiben möchten, hat Ritter Cunitz(bert) wenigstens den Mut, seine Kritik offen und unter Namensnennung zu äußern. Er kämpft mit offenem Visier, anstatt sich wie die maßgeblichen CDU-Leute hinter den ‚gewöhnlich gut informierten Kreisen‘ zu verstecken“, lobt Josef.

Klaus Oesterling habe mit seiner Empfehlung, die CDU brauche mehr Selbstvertrauen, recht. „Sie – die CDU – braucht ein stärkeres Rückgrat aber nicht nur in den Debatten im Römer, sie braucht es auch gegenüber ihrem Koalitionspartner und vor allem gegenüber der Öffentlichkeit“, ist der SPD-Vorsitzende überzeugt.
Es könne der Stadtpolitik nur gut tun, wenn der Kuschelkurs zwischen den Koalitionspartnern allmählich ein Ende finde. „Darüber muss man nicht traurig sein“, so Josef. „Reibung erzeugt ja bekanntlich auch Wärme“, tröstet er mit einem Augenzwinkern.