Landesentwicklungsplan darf die Lebensqualität im Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main nicht gefährden

Die SPD-Fraktion im Römer hofft, dass die Hessische Landesregierung bei der anstehenden 3. Änderung des Landesentwicklungsplans die Interessen des Ballungsraums Frankfurt Rhein-Main berücksichtigt und die Schaffung von Wohnraum nicht durch überzogene Einschränkungen verhindert wird. Am Donnerstag (7.06.2018) findet im Hessischen Landtag eine Anhörung zum Änderungsentwurf statt, bei der der Planungsdezernent Mike Josef die Interessen der Stadt Frankfurt vertritt.

„Der Druck auf den Wohnungsmarkt in der Region ist enorm und die Preise steigen unaufhörlich. Wenn wir keine neuen Wohnbauflächen erschließen, werden sich bald nur noch Wohlhabende eine Wohnung in der Region leisten können. Der vorliegende Entwurf des Landesentwicklungsplans erschwert aber in den bereits dicht besiedelten Ballungsräumen eine weitere Ausweisung von dringend benötigten Wohnbauflächen. Größtes Problem sind die vorgesehenen Abstandsflächen von 400 Metern zu bestehenden Hochspannungsleitungen. Damit würde die in Deutschland strengste Regelung für solche Abstandsflächen in Kraft treten. Mit erheblichen Auswirkungen, denn in Frankfurt würde die geplante Schaffung von Wohnraum am Römerhof erheblich erschwert und auch ein neuer Stadtteil im Frankfurter Nordwesten wäre nur mit Einschränkungen realisierbar“ so Holger Tschierschke, der nicht nur Frankfurter Stadtverordneter ist, sondern auch der Regionalversammlung Südhessen angehört.

Ein Vorteil für die Bürgerinnen und Bürger wäre ein solcher Verzicht auf neue Wohnbauareale aber für Tschierschke keineswegs: „Den Zuzug nach Frankfurt und den Ballungsraum kann man nicht einfach stoppen. Zwangläufig würde die Notwendigkeit für weitere und meist ungeliebte Nachverdichtungen steigen. Die Lebensqualität in den bestehenden Wohngebieten würde abnehmen. Wir brauchen neben maßvolle Nachverdichtungen unbedingt neue Wohnbauareale, damit die bereits in der Region lebenden Bürgerinnen und Bürger nicht über Gebühr belastet werden.“

Grundsätzlich unterstützt Tschierschke den im Landesentwicklungsplan vorgesehenen Vorrang der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung: „Natürlich muss der ausufernde Flächenverbrauch z.B. durch Einfamilienhaussiedlungen gestoppt werden. Im Ballungsraum Rhein-Main müssen aber auch neue urbane Gebiete mit entsprechender Infrastruktur möglich sein.“