Verfünffachung der Landeentgelte für Airlines gefordert

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Die politischen Diskussionen über das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen werden aufgrund einer steigender Anzahl nächtlicher Landungen intensiver. Die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) präzisierte am Freitag, den 06. Juni ihre Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Flughafenentgelte für die Airlines in den Randstunden des Flugbetriebs. Sie mache sich für eine Verfünffachung der Landegebühren nach 23 Uhr wie am Hamburger Flughafen stark.

„Für die Landung einer Boeing 737 nach 23 Uhr betragen die Aufschläge für die landende Airline derzeit lediglich 248€. Der wirtschaftliche Anreiz, vor 23 Uhr zu landen, ist damit viel zu gering.“, erörtert Nissen. „Besonders tragisch ist, dass seit Ryanair am Flughafen ist, sich auch andere Airlines mehr verspäten. Ich vermute, dass Ryanair die geltenden Standards sukzessive aufweicht. Und die Landesregierung schaut dabei einfach zu“, klagt die SPD-Politikerin.

Zwar hatte Fraport Chef Schulte in einem Schreiben an den von Nissen initiierten parteiübergreifenden Parlamentskreis Fluglärm eine Erhöhung der Entgelte angekündigt, diese würden aber nicht ausreichen, so Nissen. Sie setzt sich daher für eine drastischere Steigerung ein. Damit stimmt sie mit der Frankfurter Stabsstelle für Fluglärmschutz überein. Deren Leiterin Dr. Fechter hatte dies ebenfalls gefordert.

„Für Juni ist eine Rekordzahl von 203 Nachtlandungen für Frankfurt verbucht. Das ist ein unhaltbarer Zustand!“, kritisierte Nissen. „Fraport sollte als konflikterfahrener Akteur noch die Ergebnisse des Mediationsverfahrens vor der Jahrtausendwende und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 2012 in Erinnerung haben. Diese zeigen, wie wichtig der nächtliche Gesundheitsschutz für die Anwohner ist.“

Nissen äußerte sich zudem enttäuscht über Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der als Grüner offensichtlich vieles vergessen habe, wofür seine Partei eigentlich umweltpolitisch stünde. Die Landesregierung solle Nissen zufolge viel mehr zum Schutz der Bürger unternehmen, wenn sich der Status Quo wie jetzt aktuell verschlechtere.