Schäfer-Gümbel kritisiert Sternmarsch der CDU gegen bezahlbares Wohnen

Mehrere CDU-Verbände aus dem Frankfurter Umland haben zu einem Sternmarsch als Protest gegen den von der Stadt Frankfurt geplanten neuen Stadtteil im Nordwesten der Stadt aufgerufen. Das Wohnbauprojekt wurde bislang von der Frankfurter CDU mitgetragen, die sich aber nun offensichtlich von den Plänen absetzen will.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel kritisierte die Aktion, die von dem ehemaligen CDU-Minister Jürgen Banzer mit initiiert wurde, als „kleingeistig und peinlich“. Schäfer-Gümbel sagte am Freitag in Wiesbaden: „Die Region platzt aus allen Nähten, die Wohnungsnot ist inzwischen eine reale Bedrohung für die Mitte der Gesellschaft. Aber das scheint die CDU-Granden aus den schönen Wohnlagen im Taunus nicht zu interessieren. Es ist geradezu zynisch, wenn Besserverdiener mit CDU-Parteibuch in Zeiten wie diesen einen Sternmarsch gegen bezahlbare Wohnungen organisieren – und damit gegen alle Menschen, die sich das Wohnen in Frankfurt und Umgebung nicht mehr leisten können. Die Aktion ist absolut irrational und sie zeigt, dass sich mit dieser CDU keine Zukunft für Frankfurt und für Hessen gestalten lässt. Das Gemeinwohl endet nun einmal nicht am Gartenzaun von Herrn Banzer und auch nicht an den Gemarkungsgrenzen der Umlandgemeinden. Offensichtlich aber haben weite Teile der CDU in Frankfurt und im Umland den Kontakt zur Wirklichkeit und zur Mehrheit der Menschen verloren. Wenn sich die wenigen wirtschaftlich Starken vom Rest der Gesellschaft lossagen, um gefühlte Besitzstände zu verteidigen, dann spaltet das unser Land und verhindert gemeinsame Lösungen für eine gute Zukunft. Ich appelliere deswegen an die Vernünftigen und Verantwortungsbewussten in der CDU: Erklären Sie Ihren Parteifreunden um Herrn Banzer, dass dieser Sternmarsch kleingeistiger Unfug ist. Die hessische SPD unterstützt alles, was bezahlbaren Wohnraum schafft. Deswegen stehen wir auch zu den Plänen, einen neuen Stadtteil für Frankfurt zu gründen.“