Ausbeutung darf in Deutschland kein Geschäftsmodell sein

Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel fordert vor dem Luftverkehrsgipfel der Verkehrsminister in Hamburg eine unmissverständliche Antwort des Verkehrsministers auf die Missstände in der Branche. „In Hamburg muss es ums die Gesamtlage gehen und nicht nur um einzelne Punkte“, sagte Schäfer-Gümbel. Die SPD unterstütze die Beschäftigten von Ryanair, die sich gegen inakzeptable Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung wehren.

Schäfer-Gümbel sagt am Freitag weiter: „Das Prinzip O´Leary beruht auf Ausbeutung und Repression der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das darf in Deutschland keine Zukunft haben.“ Schäfer-Gümbel fordert, die Zahlung von Sozialabgaben durch Ryanair in Deutschland von der Rentenversicherung prüfen zu lassen. „Ausbeutung darf in Deutschland kein Geschäftsmodell sein. Wenn Herr O´Leary das nicht hören will, muss die Bundesregierung ihn fühlen lassen und beispielsweise prüfen, ob man mit der Kopplung von Start- und Landerechten an die Einhaltung sozialer Standards Druck auf die Billigairline machen kann.“

Auch im Bereich der Kundenfreundlichkeit und des Verbraucherschutzes haben die Sommermonate eklatante Mängel in der Branche offenbart. Flugausfälle und Verspätungen haben exorbitant zugenommen. Schäfer-Gümbel: „Die Fluggesellschaften und Airports sind in der Pflicht, ausreichend Personal und Ersatzmaschinen vorzuhalten, um ihren eigenen Flugplan auch tatsächlich halten zu können. Im Entschädigungsfall sollten die Airlines von sich aus auf die Fluggäste zugehen, statt wochen- und monatelang zu verzögern. Bei Transparenz und Verlässlichkeit ist noch viel Luft nach oben. Ich erwarte von Bundesverkehrsminister Scheuer, dass er hier für verbindliche Verabredungen sorgt.“