Renaissance des Spargels: Bund gibt rund 25. Mio. Euro für Erneuerung des Frankfurter Fernsehturms

Der Frankfurter Fernsehturm, im Volksmund auch „Ginnheimer Spargel“ genannt, soll wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Bund sagt als Ergebnis der Haushaltsverhandlungen im Deutschen Bundestag zu, sich mit 24,758 Mio. Euro an der Erneuerung des zweithöchsten Fernmeldeturms der Bundesrepublik zu beteiligen.

Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) hat sich bei ihren Kollegen für die Förderung stark gemacht. Die Baupolitikerin freut sich über die guten Nachrichten. „Frankfurt hat damit die Chance, diesen eindrucksvollen Ort wieder für seine Bürger und Touristen zu öffnen“, so Nissen. Und weiter: „Viele werden sich noch an die Disco-Zeiten erinnern. Damals wurde an dem heute menschenleeren Ort getanzt und gefeiert. Es galt als Mutprobe, sich gegen die Aussichtsfenster zu lehnen“, schwärmt die Abgeordnete.

Die Förderung steht in einer Reihe mit der Erneuerung von Funktürmen im gesamten Bundesgebiet. Mit 18,5 Mio. Euro beteiligt sich der Bund etwa am Umbau des Hamburger „Telemichels“. Auch in Dresden steuert der Bund die Hälfte der Baukosten für die Erneuerung des Funkturms bei. Durch die millionenschwere Anschubfinanzierung dürfte es nun in Frankfurt erheblich leichter werden, den restlichen Teil der Kosten für eine Erneuerung der exponierten Räume zu stemmen.

Baupolitikerin Nissen ist ihren Parteifreunden für die Unterstützung des Vorhabens sehr dankbar. „Sicherlich war es kein Zufall, dass der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann Anfang August Besuch von Johannes Kahrs, unserem haushaltspolitischen Sprecher bekam“, sagt die SPD-Frau augenzwinkernd. Zusammen waren die beiden Politiker auf den „Ginnheimer Spargel“ hinaufgefahren und hatten sich einen Überblick über Zustand der Turmkanzel verschafft.

Der Großteil des Gebäudes steht seit Jahren leer. Der Funkturm wird aktuell für Radio und TV sowie für die Kommunikation von Polizei und Feuerwehr genutzt. Für den störfreien Funk ist die Höhe des Turms unverzichtbar, da es hier keine Störquellen mehr gibt. Mit der Bundesförderung könnte nun neben der technischen Verwendung eine weitere Funktion als Publikumsmagnet hinzukommen.

Der Berliner Fernsehturm ist zwar mit Antenne höher, doch deutschlandweit ist keine Kanzel so hoch, wie die des Frankfurter Fernsehturms. 227 Meter über der Erde besteht das Gebäude aus mehreren Stockwerken und ist drehbar. Mit bis zu 59 Metern Breite bietet die Kanzel viel Platz für eine neue Nutzung. Die großen Freiflächen in dieser Höhe scheinen angesichts der immer weiter schrumpfenden Technik gar überdimensioniert. Bereits tonnenweise Kabel und Relaistechnik seien laut Auskunft des Betreibers, der Deutschen Funkturm GmbH bereits ausgebaut worden. Diese würden heute nicht mehr gebraucht. Viel Platz also für eine neue Verwendung.