Über 64 Jahre gehörte er unserer Partei an. Mit ihm verlieren wir einen überzeugten Sozialdemokraten, engagierten Gewerkschafter und Menschen, der das soziale und demokratische Leben unserer Stadt über Jahrzehnte mitgestaltet hat.
Rudi Kraus setzte sich sein Leben lang für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe ein. Sein Engagement reichte weit über die Parteiarbeit hinaus. Mehr als vier Jahrzehnte war er in der Frankfurter Jugend- und Sozialarbeit tätig. Zuletzt leitete er das Sozialrathaus Gallus, bevor er 1998 die hauptamtliche Geschäftsführung und Leitung des Hauses der Jugend übernahm. Bereits seit 1972 hatte er sich für die Einrichtung engagiert. Auch nach seinem Ausscheiden aus der hauptamtlichen Tätigkeit blieb er ihr bis 2025 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied eng verbunden.
Ein besonderes Anliegen war ihm die politische Bildung junger Menschen. Rudi Kraus gehörte zu den Mitbegründern der Bildungsstätte Anne Frank und setzte sich maßgeblich dafür ein, dass diese im ehemaligen Haus der Jugend an der Hansaallee eine dauerhafte Heimat fand. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit in Frankfurt.
Auch in der Arbeiterwohlfahrt übernahm er über viele Jahre Verantwortung, unter anderem als Mitglied des Kreisvorstands beziehungsweise Präsidiums der AWO Frankfurt. Als langjähriger Gewerkschafter, ehemaliger Vorsitzender des Personalrats der Sozialverwaltung und Mitglied des Gesamtpersonalrats der Stadt Frankfurt setzte er sich für die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen ein. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und seine solidarische Haltung prägten dieses Engagement.
Darüber hinaus engagierte er sich für den Club Voltaire, dessen stellvertretender Vereinsvorsitzender er bereits in den 1960er-Jahren war, und unterstützte als Fördermitglied das Fritz Bauer Institut. Auch innerhalb der SPD brachte er sich über viele Jahrzehnte ein, unter anderem als Delegierter auf Parteiversammlungen.
Rudi Kraus stand für eine Sozialdemokratie, die nicht nur von Solidarität spricht, sondern sie im Alltag lebt. Für ihn gehörten politische Überzeugung und praktisches Handeln zusammen. Mit seiner Erfahrung, seinem Wissen und seiner Zugewandtheit hat er viele Menschen begleitet und unterstützt.
Wir sind Rudi Kraus für seine jahrzehntelange Treue zur Sozialdemokratie und sein großes gesellschaftliches Engagement dankbar. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden und allen, die ihm nahestanden.
SPD Frankfurt am Main