SPD Frankfurt diskutiert genossenschaftliches Wohnen:
„Frankfurt ist zu teuer – wir brauchen mehr Genossenschaften statt Rendite auf die Miete“.
Rund 50 Besucherinnen und Besucher haben sich bei der Veranstaltung der SPD Ostend unter dem Titel „Genossen für Genossenschaften“ intensiv mit der angespannten Wohnraumsituation in Frankfurt auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Beitrag genossenschaftliches Wohnen leisten kann, um dauerhaft bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu sichern.
Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darüber, dass Frankfurt vor allem deshalb so teuer ist, weil der Anteil genossenschaftlicher Wohnungen bislang viel zu gering ist. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wohnungswirtschaft und zivilgesellschaftlichen Initiativen diskutierten, welche politischen und strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, damit Wohnungsgenossenschaften einen spürbaren Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarkts leisten können.
„Genossenschaften stehen für dauerhaft bezahlbare Mieten, demokratische Mitbestimmung und stabile Nachbarschaften – genau das braucht Frankfurt jetzt mehr denn je“, betonte Klaus Korbjuhn für die SPD Ostend. „Wer Wohnen als Teil der Daseinsvorsorge ernst nimmt, muss Genossenschaften gezielt stärken und ihnen den Zugang zu Grundstücken und Förderung erleichtern.“
Eine Vertreterin aus dem Vorstand der Wohnbaugenossenschaft Frankfurt eG appellierte an den zuständigen Planungsdezernenten, gemeinnützige Wohnungsgenossenschaften künftig ähnlich konsequent zu fördern wie das Azubi-Wohnen. Positiv aufgenommen wurde, dass entsprechende Planungen bereits angestoßen sind und noch in diesem Jahr mit ersten konkreten Fördermaßnahmen gerechnet werden kann.
Deutlich wurden auch die Perspektiven der Zivilgesellschaft: Zahlreiche Initiativen aus dem Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen, in dem sich rund 100 Gruppen zusammengeschlossen haben, machten klar, dass es vor allem an geeigneten und bezahlbaren Grundstücken fehlt. Vorgeschlagen wurde, alle potenziell geeigneten Flächen im Stadtgebiet erneut zu prüfen – auch kleinere oder bislang als unwirtschaftlich bewertete Grundstücke sowie Flächen im Zusammenhang mit anderen Vorhaben, etwa Schulbauten.
Die Kandidatin für den Ortsbeirat 4, Nives Milardovic, kündigte an, sich im Ortsbeirat dafür einzusetzen, dass Bestandsimmobilien verstärkt über die städtische Immobilienagentur GIMA angekauft und gezielt für genossenschaftliche Wohnprojekte nutzbar gemacht werden. „Wenn wir den Anteil des genossenschaftlichen Wohnens erhöhen wollen, müssen wir jetzt handeln – mit Ankauf, Vergabe nach Konzeptqualität und klarer Priorität für Gemeinwohl statt Rendite“, so Milardovic.
Der Abend war getragen von der gemeinsamen Hoffnung, dass alle demokratischen Parteien zusammen mit dem zuständigen Dezernat die Potenziale des gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnens zügig weiterentwickeln. Ziel ist es, den zahlreichen Initiativen in Frankfurt nach langer Zeit wieder konkrete Perspektiven zu eröffnen – und bezahlbares Wohnen dauerhaft in der Stadt zu sichern.
