SPD Frankfurt kritisiert Blockade der Grünen beim Schulumzug

|   Stadtpolitik

„Wer 2.000 Erzieherinnen und Erzieher verhindert, muss das den Kitas erklären“.

Die Frankfurter SPD zeigt sich tief enttäuscht über den Rückzug der Grünen aus dem gemeinsamen Vorhaben, die Berta-Jourdan-Schule in die ehemalige DB-Zentrale an der Stephensonstraße im Gallus umziehen zu lassen. Der Schulstandort sollte dringend benötigte Ausbildungskapazitäten für angehende Erzieherinnen und Erzieher schaffen – ein Projekt, das über Jahre hinweg parteiübergreifend entwickelt wurde.

„Wer 2.000 Erzieherinnen und Erzieher verhindern will, muss das den Kitas, Eltern und Kindern erklären“, sagt Kolja Müller, Vorsitzender der Frankfurter SPD. „Wir brauchen jede einzelne Fachkraft in der frühkindlichen Bildung. Die SPD wird deshalb an dem Plan festhalten, die Ausbildungskapazitäten der Berta-Jourdan-Schule zu erweitern. Der Bedarf ist akut – Stillstand können wir uns nicht leisten.“

Müller verweist auf die angespannte Lage auf dem Frankfurter Bildungsmarkt. „Bürogebäude sind nie ideal – weder zum Wohnen noch zum Lernen. Aber in einer Stadt mit chronischem Flächenmangel müssen wir pragmatisch handeln. Die Umnutzung bestehender Gebäude ist eine praktikable und bewährte Lösung. Die Alternative wäre, gar nichts zu tun – und das wäre unverantwortlich.“

Auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Römerfraktion, Sylvia Kunze, kritisiert die Kehrtwende der Grünen scharf: „Noch bei der Anmietung der Lateral Towers für zwei neue Gymnasien haben die Grünen mitgetragen – trotz hoher Kosten und kritischer Stimmen. Damals wie heute geht es um dringend benötigten Schulraum. Dass sie sich nun ausgerechnet bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern querstellen, ist ein politischer Rückschritt.“

Die SPD verweist auf den Erfolg vergleichbarer Projekte: Die Umwidmung der „Neuen Börse“ am Industriehof habe gezeigt, wie schnell und wirksam Schulraum durch Umnutzung geschaffen werden könne. Innerhalb eines Jahres entstanden dort zwei neue Gymnasien. Auch die Julius-Leber-Berufsschule nutzt derzeit Räume im Gebäude – ein weiterer Beleg für die Umsetzbarkeit solcher Lösungen.

„Das Gebäude an der Stephensonstraße ist ein Glücksfall für die Frankfurter Schullandschaft. Verdienen nicht auch die beruflichen Schulen diese Unterstützung?“, fragt Kolja Müller, und weiter: „Man kann nicht einerseits beklagen, dass nicht genug Fachkräfte ausgebildet werden, und andererseits die notwendigen Maßnahmen blockieren. Diese Widersprüchlichkeit hilft niemandem – und schadet am Ende der Stadt. Die Grünen müssen ihre Ablehnung überdenken“, fordert er abschließend.